Wirbel um 2G plus an Seilbahnen: 2G für Skisaison gefordert

München - Die Seilbahn-Branche hat ihre massive Kritik an den neuen Corona-Regeln bekräftigt und Nachbesserungen gefordert.

Deutschlands höchstgelegenes Skigebiet auf der Zugspitze ist bereits in die Wintersaison 2021/2022 gestartet.
Deutschlands höchstgelegenes Skigebiet auf der Zugspitze ist bereits in die Wintersaison 2021/2022 gestartet.  © Angelika Warmuth/dpa

Die Vorgabe der bayerischen Staatsregierung zu 2G plus (geimpft, genesen und zusätzlich getestet) sei personell und logistisch nicht zu stemmen, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Seilbahnen (VDS), Matthias Stauch, am Donnerstag.

Das sei ein "Schlag in die Magengrube" und bedeute einen "Lockdown durch die Hintertüre". Stauch verlangte für die Seilbahnen eine Rückkehr zur 2G-Regel - andernfalls sei unklar, ob es eine Skisaison geben könne.

Der VDS wie auch der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga kündigten an, die Regelungen auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen. Über ihnen müsse das rechtsstaatliche Prinzip der Verhältnismäßigkeit stehen, hieß es vom Dehoga. Entscheidend bei der Pandemiebekämpfung sei vor allem die Impfquote, unterstrichen Dehoga und VDS.

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Stauch sagte, die Ankündigung, dass an den Liften voraussichtlich 2G gelten werde, habe manchen Skifahrer zum Impfen bewogen.

"Wintersport kann als Motivations-Booster für die Impfung genutzt werden", sagte Stauch. "Eine 2G-plus-Regelung bestraft dagegen alle Geimpften."

Menschen stehen über eine Stunde an der Zugspitzbahn

Liftspur an einer Piste am Zugspitzplatt bei Grainau.
Liftspur an einer Piste am Zugspitzplatt bei Grainau.  © Angelika Warmuth/dpa

Außerdem stünden die Testkapazitäten gar nicht zur Verfügung. Gerade bei viel Andrang wie in den Weihnachtsferien sei eine Umsetzung nicht vorstellbar.

Allein am Mittwoch, dem ersten Geltungstag der neuen Regel, hätten Menschen an der Zugspitzbahn mehr als eine Stunde gestanden.

Manche hätten nach Hause geschickt werden müssen, weil sie keinen Test hatten, sagte Stauch, der auch Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn ist. Die Zugspitze war am vergangenen Freitag als erstes deutsches Skigebiet in die Wintersaison gestartet - mit 2G-plus-Regelung.

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Die Seilbahnbetreiber fürchten, dass Gäste nach Österreich abwandern. Jenseits der Grenze gilt in Skigebieten 2G - obwohl Österreich in einem Lockdown steckt. Der stellvertretende VDS-Vorstand Peter Lorenz verlangte eine Gleichstellung mit den österreichischen Nachbarn. "Sonst wäre das wirtschaftlicher und ökologischer Unsinn."

Die Verluste aus der verlorenen Saison 2020/21 schätzt der VDS auf 80 bis 99 Millionen Euro. Mit Branchen wie Gastronomie und Hotellerie, aber auch Handwerk, sei man rasch bei einer halben Milliarde Euro.

Dehoga fordert Entschädigung für betroffene Bereiche

Die Präsidentin des Dehoga Bayern, Angela Inselkammer, sagte, die Situation sei dramatisch. "Wir wissen, dass gehandelt werden muss." Es sei aber schwierig, wenn dies auf dem Rücken weniger Menschen ausgetragen werde - "reflexhaft" werde auf den Tourismus zugegriffen.

Es drohten vollkommen unterschiedliche Auflagen und Regelungen selbst innerhalb Bayerns, die entweder echte oder de-facto-Lockdowns nach sich ziehen.

Inselkammer verlangte Entschädigungen für die betroffenen Betriebe. Es gebe bereits massive Umsatzeinbrüche und Stornierungen. Es sei nicht nur ein finanzieller Verlust, es gehe auch um Wertschätzung. "Es wird ja ständig signalisiert: 'Wir brauchen euch gar nicht'".

Trotz der Ungewissheit gebe man die Saison noch nicht auf, sagte Lorenz, der auch Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee, der Brauneck- und der Wallbergbahn ist.

In diesen Gebieten werde mit dem Beschneien begonnen. "Wir werden uns in den Skigebieten vorbereiten."

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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