Finanzstarke Kommune: Aschheim trotz Wirecard-Insolvenz zuversichtlich

Aschheim - Nach dem Insolvenzantrag des in einen Milliardenskandal verwickelten Dax-Konzerns Wirecard hat am Dienstagabend der Gemeinderat von Aschheim bei München über die Folgen beraten (TAG24 berichtete).

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hatte am Donnerstag Insolvenzantrag gestellt. (Archiv)
Der Zahlungsdienstleister Wirecard hatte am Donnerstag Insolvenzantrag gestellt. (Archiv)  © Arne Dedert / dpa

Auch angesichts der Corona-Krise sei es nicht ausgeschlossen, dass man zu gegebener Zeit über Einsparungen reden müsse, hieß es nach der Sitzung. Doch noch sei es dafür zu früh. Wirecard mit weltweit rund 5800 Mitarbeitern hat seinen Firmensitz in Aschheim.

Zu möglichen Auswirkungen auf die Einnahmen der Gemeinde aus der Gewerbesteuer gab es keine Angaben. In das Gemeindesäckel flossen im vergangenen Jahr rund 40 Millionen Euro aus Gewerbesteuereinnahmen, bei einem Gesamthaushalt von 80 Millionen Euro. 

Der Ort mit rund 9300 Einwohnern hat eine vielfältige Gewerbestruktur. Der Kämmerer verwies den Angaben zufolge darauf, dass es durch die Firmenvielfalt am Ort möglich sein sollte, die Finanzkraft aufrecht zu erhalten. 

Aschheim eine der finanzkräftigsten Kommunen

Markus Braun, Vorstandsvorsitzender von Wirecard, wurde festgenommen, ist gegen Kaution aber wieder frei. (Archiv)
Markus Braun, Vorstandsvorsitzender von Wirecard, wurde festgenommen, ist gegen Kaution aber wieder frei. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Man sei zuversichtlich, dass die Gemeinde auch freiwillige Leistungen weiter aufrecht erhalten könne. Aschheim liegt unter den 29 Kommunen im Landkreis München an vierter Stelle, was die Finanzkraft betrifft.

Im Ort gibt es nach Angaben der Gemeinde 1500 Gewerbeanmeldungen, darunter Unternehmen wie die Firma Zuckersucht, die Wiesnherzl herstellt und das Modeunternehmen Escada, dem nach einem Insolvenzantrag die Neuausrichtung gelungen war.

Die Räte befassten sich unter Leitung des 1. Bürgermeisters Thomas Glashauser (CSU) auch mit baulichen Auswirkungen auf den Ort. Etwa wurde der Bauantrag für ein Parkhaus mit rund 750 Plätzen zurückgezogen. Es sollte im Zusammenhang mit dem bisher geplanten Umzug von Wirecard in eine andere Immobilie entstehen.

Der Konzern steht seit Montag offiziell unter Kontrolle des Rechtsanwalts Michael Jaffé als vorläufigem Insolvenzverwalter. Der Zahlungsdienstleister hatte am Donnerstag Insolvenzantrag gestellt (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Arne Dedert / dpa

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