Wirecard: Allianz stellt Bezahl-App "Pay&Protect" ein, Polizei durchsucht Gebäude

München - Die Allianz stellt ihre Bezahl-App "Pay&Protect" ein. Grund ist der Skandal beim Unternehmen Wirecard, mit dem die App entwickelt wurde. 

Per Handy bezahlen. Ein Teil des Angebots des Unternehmens Wirecard. (Archiv)
Per Handy bezahlen. Ein Teil des Angebots des Unternehmens Wirecard. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Die momentane Situation beim Zahlungsdienstleister habe den Versicherungskonzern veranlasst, "das Produkt einzustellen und auf Basis der bislang gesammelten Erfahrungen zu überprüfen, inwieweit und in welcher Form ein ähnliches Angebot für das Produktportfolio weiterhin von Bedeutung ist", teilte die Allianz Deutschland am Mittwoch auf Anfrage mit. Kurz zuvor wurden die Kunden informiert.

Für diese soll die App vorerst voll nutzbar bleiben, wie lange noch, teilte die Allianz nicht mit. Europas größter Versicherer hatte "Pay&Protect" erst im vergangenen August auf den Markt gebracht. 

Für Wirecard ist das keine erfreuliche Nachricht: Die Allianz ist das erste Schwergewicht der deutschen Finanzwirtschaft, das die Einstellung einer Kooperation mit Wirecard öffentlich macht.

Wie viele Allianz-Kunden die App nutzen, gab der Versicherer nicht bekannt. Das Produkt sei gut angenommen worden, sagte ein Sprecher, ohne eine Zahl zu nennen. Wirecard steht derzeit unter Regie des vorläufigen Insolvenzverwalters Michael Jaffé.

Duzende Ermittler durchsuchen mehrere Gebäude

Der Wirecard-Fall gehört zu den größten deutschen Wirtschaftsskandalen. (Archiv)
Der Wirecard-Fall gehört zu den größten deutschen Wirtschaftsskandalen. (Archiv)  © Sven Hoppe / DPA

Im vielleicht größten deutschen Wirtschaftsskandal haben Dutzende Ermittler in einer groß angelegten Durchsuchung fünf Gebäude in Deutschland und Österreich durchsucht. 

Darunter waren die Firmenzentrale im Münchner Vorort Aschheim und zwei Objekte in Österreich, wie die Münchner Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Dabei ging es in erster Linie um die Vorwürfe, die unter anderem gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Markus Braun erhoben werden - falsche Angaben in den Wirecard-Büchern und Marktmanipulation. 

"Zwölf Staatsanwälte vor Ort werden dabei von 33 Polizeibeamten und weiteren IT-Fachleuten des Polizeipräsidiums München und ihren österreichischen Kollegen unterstützt", wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Ex-Vorstandschef Markus Braun ist Österreicher, ebenso das möglicherweise abgetauchte ehemalige Vorstandsmitglied Jan Marsalek.

Die Wirecard-Zentrale ist damit innerhalb eines Monats zum zweiten Mal durchsucht worden. Weitergehende Informationen wollten die Ermittler nicht veröffentlichen. Laut "Süddeutscher Zeitung" war ein Privathaus unter den durchsuchten Gebäuden.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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