Bauern ziehen weiter: Nach Aldi ist nun Edeka dran!

Hesel/Westerholtsfelde - Die Landwirte haben ihre Blockade mit Hunderten Traktoren vor einem Aldi-Lager in Hesel (Niedersachsen) am späten Dienstagabend beendet.

Traktoren stehen vor der Zufahrt eines Aldi-Lagers.
Traktoren stehen vor der Zufahrt eines Aldi-Lagers.  © Rudolf Karliczek/dpa

"Gegen 22.40 Uhr sind die Traktoren abgefahren", sagte ein Sprecher der Polizei in Hesel.

Anschließend seien viele der Bauern zu einem Edeka-Zentrallager in Westerholtsfelde (Landkreis Ammerland) gefahren, um dort die Zufahrt zum Betriebsgelände zu blockieren, teilte die Polizei Bad Zwischenahn am Mittwochmorgen mit.

Die Proteste der Landwirte richten sich gegen niedrige Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse im Einzelhandel.

Die Versammlungsteilnehmer hatten Gespräche mit Verantwortlichen von Edeka gefordert und erreicht. Nach einigen Stunden einigten sich die beiden Parteien auf einen Abzug der Landwirte. Die Gespräche sollten im neuen Jahr fortgeführt werden.

Seit mehreren Tagen hatten die Bauern mit bis zu 500 Treckern die Zufahrtswege des Aldi-Lagers in Hesel blockiert, um gegen die Preispolitik des Discounters zu protestieren.

Die Landwirte protestieren gegen die Preispolitik des Discounters.
Die Landwirte protestieren gegen die Preispolitik des Discounters.  © Markus Scholz/dpa

Auslöser der Aktion, die sich auf mehrere Aldi-Lager in Niedersachsen ausgeweitet hatte, war eine angekündigte Senkung der Butterpreise. Bauernsprecher Anthony Lee hatte gesagt, bleiben zu wollen, bis Aldi konstruktive Vorschläge bringe.

Ob es am Abend zwischen den Landwirten und Aldi tatsächlich zu einer Einigung kam, war unklar. Auch in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein hatte es in den vergangenen Tagen Proteste gegeben.

Update, 11.24 Uhr: Proteste vor Lidl-Zentrallager

Landwirte haben ihre nächtliche Blockade eines Lidl-Zentrallagers in Hildesheim am Mittwochmorgen beendet.

Die etwa zehn Traktoren hätten das Gelände friedlich verlassen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Ihm zufolge hatten das Unternehmen und die Bauern zuvor eine Vereinbarung getroffen. Zum Inhalt der Verabredung sagte der Beamte nichts.

Dem Polizeisprecher zufolge ließen die Landwirte einige Mitarbeiter passieren. Nach etwa acht Stunden beendeten sie ihren Protest.

Update, 12.22 Uhr: Erste Gespräche geplant

Die Proteste der Bauern haben erste Ergebnisse gebracht. So habe sich die Bauernbewegung "Land schafft Verbindung" (LsV) in der Nacht zu Mittwoch mit der Lidl-Führungsebene auf gemeinsame Gespräche bis zum 11. Januar geeinigt, sagte Schleswig-Holsteins LsV-Vorsitzende Uta von Schmidt-Kühl der Deutschen Presse-Agentur.

Eine ähnliche Vereinbarung hatte die Bewegung kurz zuvor in Niedersachsen mit Aldi ausgehandelt.

Gemeinsam soll nun der Bauernbewegung zufolge über Regeln gesprochen werden, die faire Bedingungen für alle Mitglieder der Lieferkette sicherstellen.

Titelfoto: Rudolf Karliczek/dpa

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