Umstrittener Coca-Cola-Brunnen bei Lüneburg startet Test-Betrieb

Lüneburg - Das Unternehmen Coca-Cola startet am Mittwoch mit dem umstrittenen Pumpversuch für einen dritten Brunnen zur Förderung von Grundwasser im Landkreis Lüneburg.

Unrat liegt hinter dem Brunnenkopf des geplanten Coca-Cola-Brunnens.
Unrat liegt hinter dem Brunnenkopf des geplanten Coca-Cola-Brunnens.  © Philipp Schulze/dpa

Coca-Cola unterhält mit seinem Tochterunternehmen Apollinaris in der Hansestadt bereits zwei Brunnen für das Abfüllen von Mineralwasser und verkauft das geförderte Wasser unter dem Namen "Vio".

Bürgerinitiativen hatten zuletzt besonders vor dem Hintergrund der Wasserknappheit nach trockenen Sommern gegen den weiteren Brunnen, das Abfüllen des Wassers in Flaschen und den hohen Verkaufspreis protestiert (TAG24 berichtete).

Sie distanzierten sich aber von dem Sabotage-Akt Mitte vergangener Woche. Unbekannte hatten versucht, den Brunnenkopf in Reppenstedt in der Samtgemeinde Gellersen mit Beton und Unrat zu verschließen.

Das Unternehmen kündigte eine Anzeige an und lässt das Gelände inzwischen von einem Sicherheitsdienst bewachen.

Der Pumpversuch dient der Vorbereitung des endgültigen Erlaubnisverfahrens zur Wasserentnahme.

Der Konzern möchte mit dem neuen Brunnen bis zu 350.000 Kubikmeter Wasser jährlich aus einer Tiefe von etwa 195 Metern fördern.

Endgültiger Antrag noch nicht vorgelegt

Maschinen und Anlagen stehen auf der Baustelle des Brunnens.
Maschinen und Anlagen stehen auf der Baustelle des Brunnens.  © Philipp Schulze/dpa

Bei dem Versuch könnten laut Erlaubnis bis zu 118.000 Kubikmeter Grundwasser abgepumpt und in einen nahe gelegenen Fluss geleitet werden.

An dem damit verbundenen Verfahren kann sich die Öffentlichkeit beteiligen. Nach derzeitigem Stand läuft der Pumpversuch bis Ende März, im Anschluss werten Gutachter die Ergebnisse aus.

Dabei geht es um die Frage, ob die langfristige Wasserentnahme negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt hat.

Auf Grundlage der Expertise kann das Unternehmen seinen endgültigen Antrag zur Wasserentnahme erarbeiten und dem Landkreis Lüneburg vorlegen.

Titelfoto: Philipp Schulze/dpa

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