Kreuzfahrt-Branche in der Krise: Meyer Werft muss schließen

Papenburg - Als Reaktion auf die coronabedingte Auftragsflaute schließt die für ihre Kreuzfahrtschiffe bekannte Meyer Werft von diesem Montag an für sechs Wochen ihre Tore.

Arbeiter der Meyer-Werft stehen auf einem im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff.
Arbeiter der Meyer-Werft stehen auf einem im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiff.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Das Unternehmen gehe bis zum 30. August in eine Art verlängerte Betriebsferien, sagte ein Unternehmenssprecher. 

Auch auf ihr Urlaubsgeld müssen die mehr als 3000 Beschäftigten noch warten - für die Werft ist das ein Batzen von 14 Millionen Euro, der erst später ausgezahlt werden soll.

Die Corona-Pandemie mit ihren weltweiten Folgen für die Wirtschaft hat auch die Kreuzfahrtschiff-Branche hart getroffen. 

Der Tourismus steht weitgehend still und neue Schiffe benötigt die Branche derzeit nicht - die Meyer Werft muss in ihrem 225. Jubiläumsjahr kämpfen. Senior-Unternehmenschef Bernard Meyer bezeichnete die Lage kürzlich als "prekär".

Vor der Pandemie sahen die Pläne des emsländischen Familienunternehmens mit Standorten in Papenburg, Rostock und im finnischen Turku noch anders aus. 

Geplant war die Ablieferung von drei Kreuzfahrtschiffen. 

Doch inzwischen verhandelt das Unternehmen mit seinen Kunden darüber, das Auftragsbuch zu strecken. 

Blick auf die Produktionsstätte der Meyer-Werft.
Blick auf die Produktionsstätte der Meyer-Werft.  © Tobias Bruns/dpa

Werft muss 1,2 Milliarden Euro sparen

Die Gespräche dazu seien sehr komplex, hatte Meyer Ende Juni der Belegschaft in einer Video-Botschaft gesagt. Die Reedereien wüssten nicht, wann sie wieder Kreuzfahrten anbieten könnten.

In den kommenden fünf Jahren muss die Werft 1,2 Milliarden Euro sparen.

Nach wie vor hofft das Unternehmen auf Hilfen vom Land Niedersachsen und vom Bund. Zunächst bis Ende des Jahres gibt es eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit.

Titelfoto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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