31-Jähriger lag tot auf dem Fahrersitz: Mord wegen eines Handyvideos?

Oldenburg - Knapp ein halbes Jahr nach dem mysteriösen Tod eines 31-Jährigen in Bad Zwischenahn (Niedersachsen), stehen von Dienstag, 9 Uhr, an zwei Männer in Oldenburg wegen gemeinschaftlichen Mordes vor Gericht.

Einsatzkräfte stehen am Tatort und halten einen Sichtschutz.
Einsatzkräfte stehen am Tatort und halten einen Sichtschutz.  © NWM-TV/dpa

Hintergrund der tödlichen Auseinandersetzung soll ein Handyvideo gewesen sein. 

Demnach soll das spätere Opfer eine Liebesbeziehung zu der Frau des 42-jährigen Angeklagten geführt haben. Der Ehemann und der 36-jährige Mitangeklagte sollen den 31-Jährigen daraufhin am Tattag aufgesucht haben, um an dessen Mobiltelefon zu kommen. Laut Anklage hatte der Mann ein kompromittierendes Video der Ehefrau auf seinem Handy abgespeichert. Dieses wollten die Männer löschen.

Der ältere Angeklagte soll dabei zunächst den Wagen des späteren Opfers gerammt haben, woraufhin der jüngere versucht haben soll, an das Handy des Mannes im Fahrzeug zu gelangen. 

Schließlich sei der 42-Jährige mit einem Klappmesser auf den Fahrer losgegangen. Der Mann erlitt eine tiefe Stichwunde am Hals, an der er schließlich verstarb. 

Rettungskräfte und Polizei, die von Augenzeugen zunächst zu einem Verkehrsunfall gerufen worden waren, konnten nichts mehr für den Mann auf dem Fahrersitz tun. 

36-Jähriger meldete sich freiwillig bei Polizei

Der 42-Jährige und dessen 28 Jahre alte Ehefrau wurden noch am Tatort festgenommen (TAG24 berichtete). Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt.

Nach dem 36-Jährigen war unmittelbar nach dem Angriff am Karfreitag noch mit einem Hubschrauber und einem Diensthund gefahndet worden, hieß es im Polizeibericht weiter.

Er meldete sich am Ostersonntag schließlich freiwillig bei einer Dienststelle der Polizei in Osnabrück (TAG24 berichtete).

Den Angaben zufolge hatten die Angeklagten noch zwei Mobiltelefone des mutmaßlichen Opfers zerstören können, bevor die Polizei eintraf. Beide Männer befinden sich in Untersuchungshaft.

Update, 13.35 Uhr: Die Angeklagten schweigen

Einer der Angeklagten wird in Handschellen in den Gerichtssaal geführt.
Einer der Angeklagten wird in Handschellen in den Gerichtssaal geführt.  © dpa/Sina Schuldt

Beide Angeklagte stammen aus Syrien, sie äußerten sich zu Prozessbeginn im Landgericht Oldenburg nicht, wie eine Sprecherin sagte. 

Bei dem Getöteten soll es sich um einen 31 Jahre alten Mann aus dem Irak handeln. 

Titelfoto: NWM-TV/dpa

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