Motordefekt bei erster Probefahrt: Schaden auf der "Gorch Fock" wird geprüft

Wilhelmshaven - Nach dem Motordefekt am Segelschulschiff "Gorch Fock" bei einer Probefahrt klären die Lürssen-Werft und die Marine das Ausmaß und mögliche Folgen des Schadens.

Das sanierte Marineschulschiff "Gorch Fock" liegt im Hafen von Wilhelmshaven.
Das sanierte Marineschulschiff "Gorch Fock" liegt im Hafen von Wilhelmshaven.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Bis zur offiziellen Rückgabe des Schiffs nach der Generalüberholung trage aber die Werft die Verantwortung, sagte ein Marinesprecher am Donnerstag in Rostock. Man gehe davon aus, dass es bei dem vereinbarten Rückgabetermin am 30. September bleibe.

Nach fast sechs Jahren Sanierung war die "Gorch Fock" am Mittwoch zum ersten Mal wieder aus eigener Kraft gefahren.

Sie verließ die Lürssen-Werft in Lemwerder an der Weser und fuhr begleitet von zwei Schleppern Richtung Nordsee. Auf der Probefahrt funktionierte aber nach Angaben der Werft ein Ventil nicht richtig, das den Dieselantrieb mit frischem Kühlwasser versorgt.

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Auf See sei ein Austausch des Ventils nicht möglich gewesen. Deshalb wurde der Großsegler in Schlepp genommen und fast einen Tag früher als geplant nach Wilhelmshaven gebracht.

"So etwas kann bei Probefahrten durchaus passieren", sagte der Marinesprecher. Auch die Lürssen-Werft teilte mit, Werftprobefahrten dienten dazu, "die Technik und das notwendige Zusammenspiel einzelner Bordkomponenten unter realen Bedingungen zu testen". Auftretende Fehler würden lokalisiert und im Nachgang behoben.

Die Sanierung des Dreimasters begann im Dezember 2015 und hat viel länger gedauert als geplant. Sie ist auch viel teurer geworden: Die Kosten stiegen von 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro.

Die Marine bildet auf der "Gorch Fock" ihren Offiziersnachwuchs in seemännischem Handwerk aus.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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