Nach mehr als 80 Jahren: Armband von Holocaust-Überlebendem zurück bei den Nachfahren

Brake - Ein von den Nationalsozialisten gestohlenes Armband eines Sinto ist nach mehr als 80 Jahren zurück bei den Nachfahren des Holocaust-Überlebenden. Die Organisation Arolsen Archives übergab das NS-Raubgut in Brake (Wesermarsch) an den Urenkel Thomas Franz und dessen Familie, wie sie mitteilte.

Thomas Franz hält das zurückgegebene Armband seines Urgroßvaters Johann Franz in den Händen. Das Armband wurde dem Sinto nach seiner Deportation ins Konzentrationslager Auschwitz abgenommen.
Thomas Franz hält das zurückgegebene Armband seines Urgroßvaters Johann Franz in den Händen. Das Armband wurde dem Sinto nach seiner Deportation ins Konzentrationslager Auschwitz abgenommen.  © Hannes von der Fecht/Arolsen Archives/dpa

Die Nazis hatten das Armband dem Urgroßvater Johann Franz 1941 nach seiner Verschleppung ins Konzentrationslager Auschwitz abgenommen. An diesem Dienstag (2. August) ist der Europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma.

"Es ist schön und berührend, jetzt etwas in der Hand zu halten, das meinem Uropa etwas bedeutet hat und das er schon vor der Zeit im KZ besaß", sagte Thomas Franz. "Wir haben sonst nichts aus dieser Zeit. Die Nazis haben meiner Familie alles genommen."

Die Arolsen Archives hatten Thomas Franz nach langjähriger Suche ausfindig gemacht.

Frau (†21) lag blutüberströmt auf der Straße: Anklage wegen Totschlags erhoben
Niedersachsen Frau (†21) lag blutüberströmt auf der Straße: Anklage wegen Totschlags erhoben

Die Organisation aus dem nordhessischen Bad Arolsen bewahrt persönliche Gegenstände, sogenannte Effekten, von in Konzentrationslagern verschleppten Menschen auf und versucht, sie den Nachfahren zu vermachen.

Nach Angaben der Arolsen Archives wurden Johann Franz' Frau Ida und sieben Kinder des Schaustellers und Artisten 1941 von den Nationalsozialisten ermordet. Nur Johann Franz und seine Kinder Oskar und Frieda Franz überlebten.

In der NS-Zeit wurden über 500.000 Sinti und Roma aus ganz Europa getötet. Wann Johann Franz starb, ist laut einer Sprecherin der Arolsen Archives nicht bekannt.

Titelfoto: Hannes von der Fecht/Arolsen Archives/dpa

Mehr zum Thema Niedersachsen: