Niedersachsen hebt Präsenzpflicht für Schüler vor Weihnachten auf

Hannover - Die Präsenzpflicht an Niedersachsens Schulen wird zur Eindämmung des Coronavirus vor Weihnachten aufgehoben. Vom 20. Dezember an und damit drei Tage vor Ferienbeginn könnten die Schülerinnen und Schüler auf Antrag der Eltern vom Unterricht befreit werden, kündigte die Landesregierung am Freitag in Hannover an.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verkündete die Nachricht am Freitag.
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verkündete die Nachricht am Freitag.  © Julian Stratenschulte/dpa

Einen Anspruch auf Distanzlernen gebe es an diesen Tagen nicht. Die Ferien sollen aber wie geplant am 23. Dezember beginnen und bis zum
7. Januar dauern.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) erklärte, die Möglichkeit zur Unterrichtsbefreiung werde für Eltern eingeräumt, die wegen noch nicht vollständig geimpfter oder geboosterter Familienmitglieder und Angehörigen aus Risikogruppen einen weitergehenden Schutz zum Weihnachtsfest benötigen. Die Befreiung könne formlos beantragt werden, jedoch nur für alle drei Tage am Stück.

Nach den Weihnachtsferien sollen zudem die Schutzmaßnahmen an den Schulen verschärft werden. In der ersten Unterrichtswoche 2022 müssen sich demnach alle Schülerinnen und Schüler, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, täglich zu Hause per negativem Selbsttest freitesten, bevor sie zum Präsenzunterricht kommen können.

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Das gelte künftig auch bei Klassenarbeiten und Abitur- sowie Abschlussprüfungen. Auch Kinder unter 14 Jahren müssen nach den Ferien außerdem medizinische Masken tragen; bisher reichten Stoffmasken.

Rund 3400 aktuelle Corona-Fälle bei Schülern in Niedersachsen

In Niedersachsen können Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder vor Weihnachten in die Schule schicken oder nicht.
In Niedersachsen können Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder vor Weihnachten in die Schule schicken oder nicht.  © Julian Stratenschulte/dpa

Die Kultusministerkonferenz der Länder hatte in einem am Freitag veröffentlichen Beschluss noch betont, der kontinuierliche Präsenzunterricht habe weiterhin höchste Priorität, um das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe zu gewährleisten. Das Offenhalten der Schulen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Vor einem Jahr hatte Niedersachsen den Ferienbeginn coronabedingt um zwei Tage vorgezogen. In diesem Jahr hatte sich unter anderem die CDU jedoch gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien gestemmt. "Wir wollen, dass jede Unterrichtsstunde auch stattfinden kann", sagte der CDU-Schulpolitiker Christian Fühner am Freitag in Hannover.

Der Präsenzunterricht habe dabei klare Priorität. "Ich glaube, dass das zu gewährleisten ist." Auf flächendeckendes Homeschooling sei Niedersachsens Bildungslandschaft nicht ausreichend vorbereitet.

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Nach Angaben des Kultusministeriums wurden am Freitag rund 3400 aktuelle Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern erfasst. Das entspricht 0,3 Prozent aller Schüler in Niedersachsen. Hinzu kamen 500 weitere aktuelle Fälle beim Schulpersonal, darunter etwa 300 Lehrkräfte.

Keine Schule war komplett im Distanzunterricht, an sieben Schulen waren jedoch einzelne Klassen im Homeschooling. An einer weiteren Schule befanden sich zwei Jahrgänge auf Anordnung des Gesundheitsamts im Distanzlernen.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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