Vermisstendatei geöffnet: In Niedersachsen sind 185 Kinder verschwunden

Hannover - In ganz Niedersachsen suchen Familien und die Polizei derzeit nach insgesamt 101 vermissten Kindern unter 14 Jahren.

Die Polizei fahndet noch immer nach der Schülerin Katrin Konert.
Die Polizei fahndet noch immer nach der Schülerin Katrin Konert.  © Hans-Jürgen Wege/dpa

Das hat das Landeskriminalamt in Hannover zum "Tag der vermissten Kinder" mitgeteilt, bei dem an diesem Montag an das Schicksal der Betroffenen erinnert werden soll.

Wenn Kinder nicht an den gewohnten Orten sind, sollten Eltern rasch Anzeige erstatten, betonte LKA-Sprecherin Katrin Gladitz.

"Je früher ein vermisstes Kind bei der Polizei gemeldet wird, desto größer ist die Chance, das Kind schnell zu finden."

In der fortlaufend geführten Vermisstendatei der niedersächsischen Polizei sind insgesamt 185 Fälle verschwundener Kinder verzeichnet. 

Betroffen sind 107 Jungen und 78 Mädchen. Die ältesten Fälle gehen bis 1964 zurück. 32 Vermisste wären längst volljährig. 52 Kinder wären jetzt Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren.

In Niedersachsen ist zum Beispiel das Schicksal der damals 15-jährigen Katrin Konert ungeklärt, die Neujahr 2001 in Bergen an der Dumme im Wendland spurlos verschwand.

Ende 2018 nahmen Ermittler sich noch einmal intensiv den Fall vor, stellten sogar mitten in dem kleinen Ort wochenlang einen grauen Container als mobile Polizeiwache auf. 

Doch trotz 100 neuen Hinweisen konnte das Schicksal des Mädchens nach Angaben der Polizei Lüneburg bislang nicht geklärt werden.

Hinter einer Lupe ist der Schriftzug "Vermisste Person" zu sehen.
Hinter einer Lupe ist der Schriftzug "Vermisste Person" zu sehen.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Für die Polizei gelten Minderjährige in jedem Fall als vermisst, wenn sie ihren gewohnten Lebenskreis verlassen haben und ihr Aufenthalt unbekannt ist. "Bei ihnen muss grundsätzlich eine Gefahr für Leib oder Leben angenommen werden", sagte LKA-Sprecherin Gladitz.

In den meisten Fällen tauchen vermisste Kinder nach Angaben der Opferhilfsorganisation Weißer Ring nach wenigen Tagen wieder auf. Die Aufklärungsquote liege deutlich über 90 Prozent.

Titelfoto: Hans-Jürgen Wege/dpa

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