Nanu, wieso fährt hier ein Sarg per Fahrrad durch die Stadt?

Oldenburg - Kurioser Anblick in Oldenburg: Ein Mann fährt mit einem Sarg auf dem Fahrrad durch die Stadt in Niedersachen

Michael Olsen (60) fährt mit seinem Bestattungsfahrrad durch Oldenburg.
Michael Olsen (60) fährt mit seinem Bestattungsfahrrad durch Oldenburg.  © Sina Schuldt/dpa

Dahinter steckt der Oldenburger Künstler Michael Olsen (60). Er möchte Verstorbenen mit dem Fahrrad das letzte Geleit geben. 

Der 60-Jährige hat aus ausrangierten Zustellrädern der Post ein Bestattungsfahrrad gebaut. 

Auf der Ladefläche des 3,80 Meter langen Lastenrades liegt ein leerer Kiefernsarg, wenn er damit durch Oldenburg radelt. 

"Ich will das stark verdrängte Thema Sterben in den Alltag zurückbringen. Und wo haben wir mehr Alltag als im Straßenverkehr?", sagt er. 

Die Reaktionen von Passanten seien kontrovers, die meisten aber positiv. 

Auch im Internet reichen die Meinungen von "Super cool und sehr innovativ" über "Ich weiß nicht, was ich davon halten soll" bis "Furchtbar sowas...geht gar nicht". 

Michael Olsen freut sich über das viele Lob und kann mit den negativen Kommentaren leben. "Mir war klar, dass Menschen das Fahrrad auch als Provokation auffassen."

Bestatterin will das Bestattungsfahrrad einsetzen

In seiner Werkstatt arbeitet Michael Olsen am Bestattungsfahrrad.
In seiner Werkstatt arbeitet Michael Olsen am Bestattungsfahrrad.  © Sina Schuldt/dpa

In der Oldenburger Bestatterin Ellen Matzdorf hat er eine Unterstützerin gefunden, die den Fahrrad-Service künftig ihren Kunden mitanbieten möchte.

Wenn Passanten sonst Leichenwagen mit ihren geschlossenen Gardinen sähen, könnten sie sich vormachen, dass das Auto leer sei. Beim Bestattungsfahrrad aber sei der Sarg zu sehen. "Wir dürfen den Tod nicht verstecken, sonst ist er nicht begreifbar", sagt Matzdorf.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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