Proteste gehen weiter: Das fordern die Landwirte

Barmstedt - Dutzende Landwirte haben aus Sorge vor zu geringen Milchpreisen mit ihren Treckern vor einer Molkerei in Barmstedt (Kreis Pinneberg) protestiert.

Ein Demonstrant trägt vor der Meierei Barmstedt ein Schild mit der Aufschrift "Bauern wehrt Euch".
Ein Demonstrant trägt vor der Meierei Barmstedt ein Schild mit der Aufschrift "Bauern wehrt Euch".  © Markus Scholz/dpa

Die Bauern waren am Montagabend hupend durch den Ort gefahren und hatten ihre Fahrzeuge vor dem Unternehmen abgestellt.

Auf an den Traktoren angebrachten Plakaten und Stoffen war unter anderem zu lesen: "Niemand soll es je vergessen - wir Bauern sorgen für das Essen" und "Trotz viel Mühe und Geschick bleibt dem Bauer nur der Strick".

Nach Angaben der Polizei hatten sich rund 25 Trecker an der Aktion beteiligt.

Mit den Protesten wollen die Landwirte auf eine aus ihrer Sicht drohende Preissenkung in den Supermärkten bei landwirtschaftlichen Produkten aufmerksam machen.

Hintergrund der Aktionen sind aktuelle Butterpreis-Verhandlungen des Discounters Aldi mit den Molkereien. Die Bauern fürchten, dass zu geringe Preise sie in Existenznot bringen.

Aldi bestätigte die derzeit aktuellen Ausschreibungen für Butter, nannte aber keine Details zu den Preisverhandlungen.

Mit ihrem Protest wollen die Landwirte auf eine drohende Preissenkung in den Supermärkten aufmerksam machen.
Mit ihrem Protest wollen die Landwirte auf eine drohende Preissenkung in den Supermärkten aufmerksam machen.  © Markus Scholz/dpa

Am Sonntagabend sowie am Montag waren bereits Hunderte Landwirte mit ihren Traktoren vor Aldi-Zentrallagern in Schleswig-Holstein und Niedersachsen durch die Straßen gefahren (TAG24 berichtete).

Update, 14.11 Uhr: Ministerin zeigt Verständnis für Proteste

Nach den Protesten hat Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast Gespräche gefordert. "Um Lösungen zu finden, müssen alle Marktpartner an einen Tisch. Wir brauchen langfristige Strategien", sagte die CDU-Politikerin am Dienstag.

"Ich kann den Ärger und die Wut der Landwirte verstehen. Diese Energie möchte ich gerne in die richtigen Bahnen lenken."

Die Ministerin verwies auf eine für den 13. Januar geplante Videokonferenz mit Handel, Verarbeitern und Landwirten. "Dann geht es um Strategien für Gemüse, Milch und Fleisch", so die Ministerin. "Ich nehme die Sorgen der Bauern ernst – aber Politik macht keine Preise."

Aldi hatte am Montag mitgeteilt, es sei üblich, dass die Butterpreise aufgrund der hohen Nachfrage zur Weihnachtszeit steigen und danach wieder sinken.

"Die Preise, die wir zahlen, richten sich nach Angebot und Nachfrage auf dem gesamten Markt, beeinflusst von vielen weiteren Faktoren", so Unternehmenssprecher Joachim Wehner.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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