Verkehrschaos im Harz: Touristen legen Bundesstraße lahm, Polizei resigniert

Torfhaus - Der schneebedeckte Harz lockte Besucher in Massen an. Am Samstag waren die Parkplätze schon am Morgen voll, auf den Zugangsstraßen stauten sich die Autos. Die Polizei sperrte sogar zeitweise die Bundesstraße 4 - einseitig.

Der Hinweis "Besetzt" ist an einem Großraumparkplatz im Harz zu sehen.
Der Hinweis "Besetzt" ist an einem Großraumparkplatz im Harz zu sehen.  © dpa/Swen Pförtner

Der Ansturm auf die Ausflugsgebiete im Harz hat am Wochenende zu chaotischen Verkehrsverhältnissen geführt. Wanderer und Rodler steuerten die Parkplätze in den teils verschneiten Orten schon am Samstagmorgen an.

"Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen", sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Goslar am Mittag. "Es geht so gut wie gar nichts mehr, einige Autos sind auch liegengeblieben. Es ist zu viel los."

In Absprache mit den Straßenmeistereien wurde nachmittags die Bundesstraße 4 stundenweise am Ortsausgang Bad Harzburg in Richtung Torfhaus einseitig gesperrt.

Die Landesstraße 504 von Altenau nach Torfhaus wurde zuvor bereits zur Einbahnstraße aus dem Harz heraus umfunktioniert. "Aber wenn wir nicht präsent sind, machen manche, was sie wollen. Das ist sehr unvernünftig", sagte der Polizeisprecher.

Man würde auch Anzeigen wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten ausstellen, aber dafür reiche momentan nicht die Zeit.

Ähnliche Situation am Sonntag erwartet

Wanderer mit Schlitten gehen auf dem mit Schnee bedeckten Goetheweg im Harz nahe dem Torfhausmoor in Richtung Brocken.
Wanderer mit Schlitten gehen auf dem mit Schnee bedeckten Goetheweg im Harz nahe dem Torfhausmoor in Richtung Brocken.  © dpa/Swen Pförtner

Schon am Vormittag twitterte die Polizei Goslar, dass die Parkplätze weitgehend ausgelastet seien und sich auf der B4 ein langer Stau bilde. Sie appellierte an Tagesausflügler, weiträumig auf andere Bereiche im Harz auszuweichen und die Rettungswege frei zu halten. Der Großraumparkplatz in Torfhaus war überfüllt, viele Autofahrer parkten am Straßenrand.

Einen Massenandrang gab es auch auf dem beliebten, etwa neun Kilometer langen Goetheweg von Torfhaus zum Brocken.

In Braunlage war ebenfalls einiges los: Die Kennzeichen der Autos deuteten auf Besucher überwiegend aus der Region hin - viele kamen demzufolge aus Hannover und dem Umland -, aber auch Berliner und Hamburger waren vertreten.

In Niedersachsen gibt es keine Beschränkung für Tagestouristen.

Autos parken auf einem Großraumparkplatz im Harz.
Autos parken auf einem Großraumparkplatz im Harz.  © dpa/Swen Pförtner
Fahrzeuge stehen auf Behelfsparkplätzen an der Bundesstraße 242 zwischen Braunlage und Torfhaus.
Fahrzeuge stehen auf Behelfsparkplätzen an der Bundesstraße 242 zwischen Braunlage und Torfhaus.  © dpa/Swen Pförtner

Die Schlepplifte sind coronabedingt geschlossen, zahlreiche Familien sowie Gruppen machen sich jedoch zu Fuß auf den Weg. Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich die Autos in Ausflugsorten kilometerlang gestaut.

Wegen Überfüllung rät die Polizei weiter von Ausflügen in den winterlichen Harz ab. "Ich denke, am Sonntag wird es genauso sein wie heute", befürchtete der Polizeisprecher. Ebenfalls riet die Stadt Wernigerode am Samstag von Besuchen ab. Die Situation könnte auch dort in den kommenden Tagen weiter anhalten.

Titelfoto: Montage: dpa/Swen Pförtner (2)

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