Weltkriegsbombe: Anwohner verzögern Evakuierung mit Diskussionen

Osnabrück - Mehrere Anwohner haben sich in Osnabrück zunächst geweigert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen und damit die Entschärfung einer Weltkriegsbombe verzögert. Das teilten die Stadt Osnabrück und die Polizei auf Anfrage am Dienstag nach der Entschärfung des Blindgängers mit.

Eine entschärfte Fünf-Zentner-Bombe liegt auf einer Palette.
Eine entschärfte Fünf-Zentner-Bombe liegt auf einer Palette.  © dpa/Friso Gentsch

"Da musste mitunter sehr viel diskutiert werden", sagte ein Stadtsprecher. Auch von der Polizei habe es mehrfach Ansprachen an die Bewohner gebeben, sagte eine Sprecherin. Eine Räumung mit Zwang im Stadtteil Widukindland musste demnach aber nicht durchgesetzt werden.

Warum die einzelnen Anwohner ihre Gebäude nicht verlassen wollten, war zunächst nicht klar - möglicherweise habe es daran gelegen, dass die Evakuierung recht kurzfristig am Montagabend erfolgt sei, sagte der Stadtsprecher.

Insgesamt mussten etwa 4200 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Die Evakuierung begann am späten Nachmittag, gegen 22.15 Uhr wurde die Bombe dann von Kampfmittelräumern unschädlich gemacht.

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Die Anwohner konnten daraufhin wieder zurück.

Corona-Infizierte bereiteten den Rettungskräften Probleme

Ein Fahrzeug der Polizei sperrt eine Zufahrt zur Evakuierungszone ab.
Ein Fahrzeug der Polizei sperrt eine Zufahrt zur Evakuierungszone ab.  © dpa/Friso Gentsch

Für die Dauer der Evakuierung wurden die geltenden Corona-Kontaktbeschränkungen vorübergehend aufgehoben. "Betroffene durften für die Dauer der Räumung auch bei Freunden und Bekannten unterkommen", sagte der Stadtsprecher.

Laut geltender Corona-Regeln darf ein Haushalt sonst nur Kontakt zu höchstens einer weiteren Person haben. Allerdings bat die Stadt darum, auch bei Freunden und Verwandten Abstände möglichst einzuhalten.

Für die Unterbringung von Infizierten und Menschen in Quarantäne galt die Ausnahme nicht - sie stellten die mehr als 190 Einsatzkräfte vor eine Herausforderung.

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Die beiden Gruppen wurden in kurzfristig eingerichteten Isolationsräumen in zwei Evakuierungszentren untergebracht.

Titelfoto: Montage: dpa/Friso Gentsch (2)

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