Wie eine Szene aus dem Mittelalter: Lichtkünstler illuminiert Kirchen als Orte der Ruhe

Lüneburg - Ein an die Außenfassade geworfener Engel leuchtet von der St.-Johannis-Kirche auf das wuselige Treiben in der Lüneburger Innenstadt.

Die St. Nicolai Kirche wird von Lichtern illuminiert. Verschiedene Lichtkünstler haben Lüneburger Kirche teilweise von innen und aussen illuminiert.
Die St. Nicolai Kirche wird von Lichtern illuminiert. Verschiedene Lichtkünstler haben Lüneburger Kirche teilweise von innen und aussen illuminiert.  © Philipp Schulze/dpa

Und eine spezielle Innenbeleuchtung gibt es von Mittwoch an in St. Nicolai - die indirekte Bestrahlung wirkt wie eine Szene aus dem Mittelalter.

"Im Mittelalter gab es natürlich keine Strahler, aber es stimmt, es wirkt so", sagt Lichtkünstler Wolfgang Graemer, der zu Ostern für die Illuminierung der Fenster von St. Johannis verantwortlich war und nun St. Nicolai in ein warmes Licht taucht.

"Es soll ein Ort der Ruhe und Stille sein, nicht so trubelig und kommerziell wie draußen", betont der 51-Jährige, dessen Großvater Pastor war. Mit etwa 250 Scheinwerfern wird die Architektur indirekt beleuchtet.

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"Für viele ist die Kirche fremd. Wir wollen, dass sich alle wohlfühlen", sagt Pastor Diederik Noordveld von St. Johannis. Mit Führungen Samstag morgens um 8 Uhr oder auch nachts versucht er mit seiner Frau und Pastorin Dorothea Noordveld die evangelisch-lutherische Hauptkirche Besuchern und Besucherinnen nahe zu bringen.

Die Stille im größten Gotteshaus der Hansestadt ist ein Kontrast zu den belebten Weihnachtsständen vor der Tür. Kühle Temperaturen herrschen aber in der großen Halle.

Wegen Corona darf die Kirche derzeit nicht ständig beheizt werden. So muss die Anlage kurz vor den Gottesdiensten ausgeschaltet werden.

Das Aus für eines der Wahrzeichen der Stadt

Die illuminierte St. Johannis Kirche.
Die illuminierte St. Johannis Kirche.  © Philipp Schulze/dpa

Erstmals nach 13 Jahren fehlt der Wichernkranz. Der hohe Materialverschleiß und die steigenden laufenden Kosten waren die Hauptargumente für das Aus des Wahrzeichens der Stadt in der dunklen Zeit.

Der Trägerverein vWasserturm startet am 1. Advent am Sonntag ein Nachfolgeprojekt mit moderner Lichttechnik - bis zum 31. Dezember wird der Turm täglich von 17 Uhr an beleuchtet.

Auf seinen oberen Rand wird mit Laser ein Adventskranz projiziert. Anstelle der 24 Kerzen des Wichernkranzes gibt es nur vier Kerzen, an jedem Adventssonntag wird das Licht einer weiteren Kerze dazu geschaltet.

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Durch den Einsatz von LED und Laserstrahler wird die CO2-Emission im Vergleich zum Wichernkranz deutlich reduziert. "Leider konnten wir in diesem Jahr noch keine Kooperationspartner für unser neues Projekt gewinnen", bedauert Manfred Koplin, Vorsitzender des Trägervereins.

Ein Projekt dieser Größenordnung könne der Verein nicht jedes Jahr allein stemmen: "Wir möchten aber gern die Initialzündung geben."

Titelfoto: Philipp Schulze/dpa

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