350.000 Menschen betroffen: Tafeln in NRW müssen zu drastischen Mitteln greifen!

Düsseldorf - Viele Tafeln müssen mit Aufnahmestopp oder "Streckung" ihrer Lebensmittelausgaben auf die enorm gestiegene Nachfrage Bedürftiger reagieren.

Die Zahl der Bedürftigen, die bei den Tafeln Hilfe suchen, hat sich im Vergleich zu 2020 verdoppelt.
Die Zahl der Bedürftigen, die bei den Tafeln Hilfe suchen, hat sich im Vergleich zu 2020 verdoppelt.  © Christophe Gateau/dpa

Das hat eine Stichprobe des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums ergeben. Von den insgesamt 174 Tafeln in Nordrhein-Westfalen hätten rund 21 Prozent auf eine entsprechende Kurzumfrage geantwortet, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Regierungsantwort auf eine Anfrage aus der FDP-Landtagsfraktion.

75 Prozent dieser 36 Tafeln hätten einen Aufnahmestopp gemeldet. Die übrigen müssten die Lebensmittelausgabe strecken: Die Bedürftigen können nicht mehr so häufig kommen oder erhalten weniger.

Die Tafeln unterstützen nach Angaben des Landesverbands über 350.000 Menschen in NRW mit überschüssigen, einwandfreien Lebensmitteln. Demnach hat sich die Zahl der Bedürftigen, die bei den Tafeln Hilfe suchen, im Vergleich zu 2020 verdoppelt.

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Nach der Corona-Pandemie hätten nun auch die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs die Tafeln vor mehrere Probleme gestellt, wie Karl-Josef Laumann (65, CDU) feststellte.

"Zum einen steigt die Nachfrage durch Inflation, steigende Lebensmittel- und Energiepreise - gleichzeitig wächst der Kreis derer, die Leistungen der Tafel in Anspruch nehmen", erklärte der Sozialminister.

"Aktionsplan gegen Armut" soll auf den Weg gebracht werden

Die Discounter kalkulierten knapper, sodass weniger Lebensmittel für die Tafeln zur Verfügung stünden. Darüber hinaus gebe es weniger Spenden. "Im Ergebnis steht eine steigende Anzahl Bedürftiger einem zunehmend kleineren Angebot seitens der Tafeln und sonstiger Lebensmittelverteiler gegenüber."

Wie die Landesregierung die Tafeln nach Ende eines dreijährigen Projekts im kommenden Jahr konkret weiter unterstützen werde, sei noch zu entscheiden, teilte Laumann mit.

In ihrem Koalitionsplan haben CDU und Grüne einen "Aktionsplan gegen Armut" versprochen, der noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden soll.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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