Israel-Flaggen vor Synagogen in NRW abgefackelt

Düsseldorf/Bonn/Münster – Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern spitzt sich in Israel immer weiter zu. Auch in Nordrhein-Westfalen sind die Auswirkungen spürbar. Vor mehreren Synagogen wurden Israel-Flaggen abgefackelt.

Ein Unbekannter hat auf dem Denkmal für die ehemalige große Synagoge an der Kasernenstraße in Düsseldorf Feuer gelegt.
Ein Unbekannter hat auf dem Denkmal für die ehemalige große Synagoge an der Kasernenstraße in Düsseldorf Feuer gelegt.  © Marcel Kusch/dpa

Die Polizei in Münster stellte am Abend 13 Tatverdächtige, teils vor Ort, wie sie mitteilte. In Bonn nahm die Polizei eigenen Angaben zufolge drei Tatverdächtige fest: zwei 20-jährige Männer und einen 24-Jährigen. In beiden Fällen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Aus Münster hieß es, mehrere Zeugen hätten der Polizei am Abend per Notruf mitgeteilt, dass sich "eine etwa 15-köpfige Gruppe mit arabischem Aussehen" vor der Synagoge aufhalte, laut rufe und eine israelische Fahne verbrenne.

Die Synagoge selbst wurde nicht beschädigt. Den Tatverdächtigen drohen Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Vor der Synagoge in der Tempelstraße in Bonn wurden laut Polizei mehrere Menschen dabei beobachtet, wie sie den Eingang mit Steinen beschädigten und mit Feuer hantierten. Dort fanden die Einsatzkräfte eine weiß-blaue angezündete Flagge.

Ein Glasteil der Eingangstür der Synagoge wurde mit Steinen beschädigt. Auch drei Zettel mit möglicherweise arabischen Schriftzeichen wurden gefunden, wie es hieß.

Bereits tags zuvor, am späten Montagabend hatte ein Unbekannter hat am Mahnmal für die ehemalige große Synagoge in Düsseldorf Feuer gelegt.

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Konflikt in Israel spitzt sich zu

In Israel hatte sich der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April zugespitzt. Inzwischen sind es die heftigsten Auseinandersetzungen seit mehreren Jahren. Der Ramadan geht diese Woche zu Ende.

Nach Angaben des israelischen Militärs haben militante Palästinenser am Dienstag innerhalb eines Tages rund 480 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. Davon seien rund 200 abgefangen worden, 150 schlugen demnach beim Start fehl.

Das israelische Militär reagierte auf die Angriffe mit Dutzenden Luftangriffen auf Ziele in dem Küstengebiet direkt am Mittelmeer. Auf beiden Seiten gab es Tote.

Update, 14.52 Uhr: Verdächtige in Bonn räumen Verbrennen von Fahnen ein

Drei Männer haben nach Polizeiangaben eingeräumt, am Dienstagabend vor der Bonner Synagoge israelische Flaggen verbrannt zu haben. Einer von ihnen gab demnach auch zu, einen Stein auf die Synagoge geworfen zu haben. Die Bonner Polizei hatte die drei Männer im Alter von 20 und 24 Jahren noch am Abend vorläufig festgenommen. Nach ihrer Motivation gefragt, hätten sie erklärt, dass der aktuelle Konflikt in Israel sie dazu veranlasst habe, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Die drei Tatverdächtigen, die über feste Wohnsitze in Deutschland verfügten und bislang nicht kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten seien, hätten mittlerweile das Polizeipräsidium verlassen.

Gegen sie werde wegen Sachbeschädigung ermittelt.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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