Ansturm auf Wintersportgebiete bleibt aus: Sperrungen und Appelle zeigen offenbar Wirkung

Winterberg/Hellenthal/Bad Münstereifel - Die Sperrungen und Appelle in den Wintersportgebieten in Nordrhein-Westfalen zeigen offenbar Wirkung - zumindest teilweise.

Mit Schildern wurde an das Betretungsverbot erinnert.
Mit Schildern wurde an das Betretungsverbot erinnert.  © Marius Becker/dpa

Ein Ansturm auf die beliebten Ausflugsziele im Sauerland und in der Eifel ist am Samstag vielerorts ausgeblieben. In allen betroffenen Gebieten sei es komplett ruhig, sagte etwa ein Polizeisprecher im Hochsauerlandkreis.

In der Eifel drohte die Lage jedoch ab dem Mittag örtlich zu kippen. Die Parkplätze rund um Bad Münstereifel seien "total überfüllt", sagte ein Sprecher der Polizei Euskirchen am Nachmittag.

Die Tagesausflügler würden zahlreiche Wiesen und Felder zuparken.

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Das Ordnungsamt sei im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Einsatz. Ansonsten sei der Verkehr relativ ruhig und auch die Corona-Regeln würden eingehalten werden. Im nahegelegenen Hellenthal sei dagegen kaum etwas los gewesen, so der Sprecher.

Dort hätten die Sperrungen und Bitten seitens der Polizei gefruchtet.

Auch an den beliebten Orten im Sauerland sei es ruhig geblieben. "Alles läuft im Rahmen des Vernünftigen", sagte ein Sprecher der Polizei am Nachmittag. Vereinzelt seien ein paar Touristen unterwegs - das sei allerdings kein Vergleich zum Jahreswechsel.

Die Menschen hielten sich grundsätzlich an die Ge- und Verbote, hieß es in einer Mitteilung der Kommunen und der Polizei.

Speziell in Winterberg sei sehr wenig los gewesen

Eine Kolonne von Polizeifahrzeugen in der Wintersportmetropole Winterberg.
Eine Kolonne von Polizeifahrzeugen in der Wintersportmetropole Winterberg.  © Marius Becker/dpa

In Winterberg sei sehr wenig los, berichtete ein dpa-Reporter am Samstag. Ab und zu seien zwar Menschen zu sehen, die sich einen Hang zum Rodeln suchen.

Die großen Pisten seien aber komplett leer. Die Polizei war mit einer Reiterstaffel und Bereitschaftsbeamten vor Ort, hatte jedoch wenig zu tun. Das Ordnungsamt musste nach Polizeiangaben wegen fünf Verstößen gegen das Betretungsverbot eingreifen.

In Sundern seien vereinzelt ein paar Menschen zum Rodeln unterwegs, sagte ein Polizeisprecher am Mittag. Dennoch stellte das Ordnungsamt dort lediglich einen Verstoß gegen die geltenden Corona-Regeln fest. Ein paar Ausflügler seien zwar angereist. Das sei aber alles im Maß und kein Vergleich zum Ansturm rund um den Jahreswechsel. "Die Appelle der vergangenen Wochen haben Wirkung gezeigt, damit sind wir sehr zufrieden."

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Auch an diesem Wochenende bleiben im Sauerland und in der Eifel viele Ski- und Rodelhänge, Parkplätze und Zufahrten gesperrt. Der Bürgermeister von Winterberg, Michael Beckmann (CDU), hatte erneut an mögliche Tagesgäste appelliert: "Bleiben Sie in Lockdown-Zeiten zu Hause, um so möglichst bald nach dem Lockdown unsere Ferienregion richtig zu genießen."

Polizei auf größere Einsätze und Verkehrschaos vorbereitet

Die Polizei ist dennoch auf einen größeren Einsatz vorbereitet, um auf ein Verkehrschaos zu reagieren und das Ordnungsamt bei Verstößen der Corona-Auflagen sowie Sicherung gesperrter Pisten zu unterstützen.

Im Oberbergischen Kreis verwies die Gemeinde Reichshof mit dem Wintersportgebiet Blockhaus-Belmicke auf die dort geltende 15-Kilometer-Hotspot-Regel, die eine Anreise für Freizeitaktivitäten von weiter weg ohnehin untersage.

In NRW gibt es aber weiterhin Ausflugsziele, an denen die Parkplätze nicht gesperrt werden, wie etwa am Hermannsdenkmal und an den Externsteinen im Kreis Lippe. Auch dort war es aber ruhig, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Schwerpunkte, Einsätze oder besondere Auffälligkeiten seien nicht bekannt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete weiter mit winterlichem Wetter. Ab Samstagabend sollte von Westen her Schnee fallen, der voraussichtlich am Sonntagmorgen auch den Osten von NRW erreicht. Neuschnee in Höhe von zwei bis fünf Zentimetern sei möglich, im Bergland fünf bis zehn Zentimeter, hieß es. Im Laufe des Sonntags gehe der Schnee dann voraussichtlich in Regen über, der teilweise gefrieren könne, sagte ein DWD-Meteorologe am Samstag.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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