Eskalation bei Anti-Israel-Demo in Gelsenkirchen: Polizei fasst Tatverdächtigen

Gelsenkirchen - Ein anti-israelischer Demonstrationszug ist am Mittwochabend in Gelsenkirchen von der Polizei gestoppt worden.

In der Nacht zuvor waren bereits vor Synagogen in Münster und Bonn israelische Flaggen angezündet worden. (Symbolbild)
In der Nacht zuvor waren bereits vor Synagogen in Münster und Bonn israelische Flaggen angezündet worden. (Symbolbild)  © Martin Gerten/dpa

Die ungefähr 180 Demonstranten, die sich vom Bahnhofsvorplatz in Richtung Synagoge bewegten, seien demnach von zahlreichen Polizeibeamten aufgehalten worden, wie es in einer Mitteilung hieß. Während der unangemeldeten Versammlung seien auch anti-israelische Rufe skandiert worden.

Die Polizei setzte den Angaben zufolge auch Schlagstöcke ein, verletzt worden sei jedoch niemand, hieß es.

In der Nacht zuvor waren vor Synagogen in Münster und Bonn israelische Flaggen angezündet worden. Die Landesregierung habe daraufhin unverzüglich zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (60, CDU) am Mittwoch.

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"Wir haben den Schutz an allen herausragenden jüdischen Orten noch einmal erhöht." Für alle anderen jüdischen Objekte werde auf Veranlassung von Innenminister Herbert Reul (68, CDU) "eine aktuelle Beurteilung der Gefährdungslage durchgeführt".

Vertreter aus Politik und Gesellschaft reagierten schockiert auf die Taten.

Video zeigt judenfeindliche Stimmung bei Demo in Gelsenkirchen

Umfangreichsten Bombardement seit dem Gaza-Krieg von 2014

Seit Montagabend beschießen militante Palästinenser Israel massiv mit Raketen. Dabei sind bislang fünf Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Israels Armee reagiert darauf nach eigenen Angaben mit dem umfangreichsten Bombardement seit dem Gaza-Krieg von 2014.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza beträgt die Zahl der seit Montag getöteten Palästinenser 65 - darunter 16 Kinder und fünf Frauen. 365 Menschen seien verletzt worden.

Update, 21.20 Uhr: Tatverdächtiger gefasst

Nach antisemitischen Vorfällen in Gelsenkirchen hat die Polizei einen Tatverdächtigen identifiziert. Es handelt sich um einen 26 Jahre alten Deutsch-Libanesen aus Gelsenkirchen, wie die Polizei am Donnerstagabend mitteilte.

Der Staatsschutz habe eine Ermittlungskommission eingerichtet, um zügig weitere Details aufzuklären. Die Polizei hatte am Mittwochabend einen antisemitischen Demonstrationszug gestoppt.

In einem per Twitter verbreiteten Video des Zentralrats der Juden sind Sprechchöre mit antisemitischen Inhalten zu hören. Zu sehen sind Menschen unter anderem mit palästinensischer, türkischer und tunesischer Flagge. NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) kündigte daraufhin eine konsequente Verfolgung der Täter an.

Titelfoto: Martin Gerten/dpa

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