Bauarbeiter machen irren Fund: Einbrecher-Tunnel führt direkt zu einer Bank

Spenge - Bauarbeiter verhindern Bankraub: Einbrecher haben mit einem Tunnel in eine Volksbank im nordrhein-westfälischen Spenge (Kreis Herford) eindringen wollen, ihr kriminelles Machwerk ist vor Vollendung aber aufgeflogen.

Der Tunnel war knapp acht Meter lang und verlief etwa zwei Meter unter dem Erdboden.
Der Tunnel war knapp acht Meter lang und verlief etwa zwei Meter unter dem Erdboden.  © Friso Gentsch/dpa

Bauarbeiter seien auf den Tunnel gestoßen, nachdem sie wegen abgesackter Pflastersteine an einer Parkplatz-Einfahrt gerufen worden waren, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagabend.

Die ersten unebenen Steine neben der Bank waren schon am Freitag aufgefallen, in den Tagen danach kamen weitere hinzu. Daraufhin beauftragte die Volksbank eine Fachfirma - zunächst ging man von einem Wasserschaden aus.

Doch bei den Reparaturdiensten fanden die Bauarbeiter Holzplanken in etwa zwei Metern Tiefe - und darunter war ein Tunnel!

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Am Dienstagnachmittag wurde die Polizei alarmiert. Später kam die Kriminalpolizei, um den Sachverhalt zu rekonstruieren.

Der mit Holzplanken abgestützte Tunnel war sieben bis acht Meter lang und etwa einen Meter breit. Klar war, dass man so eine Unterführung nicht in aller Schnelle hinbekommt - offenbar hatten die Täter schon vor längerer Zeit angefangen zu graben.

Ob der Tunnel bis zur Grundmauer der Bank führte oder knapp davor aufhörte, war zunächst unklar. Einen Durchbruch hatte es aber noch nicht gegeben.

Weil der Tunnel einsturzgefährdet wirkte, wagte sich zunächst niemand in ihn hinein.
Weil der Tunnel einsturzgefährdet wirkte, wagte sich zunächst niemand in ihn hinein.  © Ekkehard Wind/dpa

"So etwas erlebt man sonst nur im Fernsehen"

Der vermeintliche Bankraub-Versuch kann nun sicher nicht mehr gelingen, hätte aber offenbar ohnehin nicht viel Beute eingebracht.
Der vermeintliche Bankraub-Versuch kann nun sicher nicht mehr gelingen, hätte aber offenbar ohnehin nicht viel Beute eingebracht.  © Friso Gentsch/dpa

"Nach bisherigen Erkenntnissen gehen wir davon aus, dass mögliche Täter versuchten, durch diesen Tunnel in das Innere der Volksbank zu gelangen", sagte die Polizeisprecherin.

Beamte kletterten am Dienstag von oben in den Tunnel und stellten beim Blick hinein fest, dass er in der einen Richtung zur Bank und in der anderen Richtung zu einem Trafohäuschen eines Stromnetzbetreibers führte - dort dürften die Einbrecher die Grabungsarbeiten begonnen haben.

Auffällig war, dass an dem Trafohäuschen unlängst das Schloss ausgetauscht worden war - vermutlich durch die Täter, die ihr eigenes Schloss benutzten und wussten, dass Personal des Netzbetreibers nur in großen zeitlichen Abständen vorbeikommt.

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In den Tunnel krochen die Beamten wegen Einsturzgefahr zunächst nicht. Großes Erstaunen über den Fast-Einbruch gab es bei der Volksbank. "So etwas erlebt man sonst nur im Fernsehen. Das ist Wahnsinn", sagte Volksbank-Mitarbeiter Volker Stein der "Neuen Westfälischen". "Vielleicht hatten die Täter vor, Pfingsten in Ruhe in die Bank zu gelangen."

Die Zeitung zitiert zudem einen Sprecher der Volksbank Herford-Mindener Land, zu der die Filiale in Spenge gehört. Dem Sprecher zufolge hatten die Täter ohnehin schlechte Aussichten auf Erfolg: Die Geschäftsstellen der Volksbanken seien grundsätzlich gut gegen Einbruch und Vandalismus abgesichert, zudem seien keine größeren Bargeldmengen in der Filiale in Spenge gelagert.

Die Kleinstadt Spenge mit rund 15.000 Einwohnern liegt unweit von Herford in Ostwestfalen. Die Volksbank liegt relativ zentral in dem Ort, nicht weit von der Stadthalle entfernt und direkt neben einem Pflegezentrum.

Titelfoto: Ekkehard Wind/dpa

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