Beamter im Dienst erschossen: Das gab es beim SEK in NRW noch nie

Düsseldorf/Gelsenkirchen – Der in Gelsenkirchen erschossene SEK-Beamte (28) ist der erste Elite-Polizist in NRW, der seit Gründung der Spezialeinheiten 1974 im Einsatz getötet wurde.

Ein Polizist steht vor dem abgesperrten Tatort in Gelsenkirchen.
Ein Polizist steht vor dem abgesperrten Tatort in Gelsenkirchen.  © Bernd Thissen/dpa

Das teilte das Innenministerium auf Anfrage mit. 

Seit 2008 gab es laut Ministerium bei der gesamten NRW-Polizei fünf weitere Beamte, die im Dienst gestorben sind. In keinem Fall war es jedoch eine Gewalttat.

Das letzte Mal, dass ein Polizist in NRW im Dienst durch einen Schuss starb, war 2018 - durch einen Kollegen. Die Kugel löste sich vor einem Schießtraining im Polizeipräsidium Bonn. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. 

2017 starben eine Beamtin und 2015 eine Beamtin sowie ein Beamter bei Unfällen auf der A61 und A44. 

Nach Angaben des Innenministeriums verunglückte ein weiterer Beamter 2008 auf dem Weg zum Dienst tödlich. Ältere Zahlen lagen zunächst nicht vor.

Der Fall um den am Mittwoch getöteten Polizisten ist nach Angaben des Innenministeriums allerdings definitiv der erste bei den nordrhein-westfälischen Spezialeinheiten. Sie waren 1974 als Lehre aus dem Olympia-Attentat in München 1972 gegründet worden. 

Waffen in Wohnung gefunden

Ermittler tragen Beweismittel, darunter eine Armbrust und eine Gewehr aus der Wohnung des Tatverdächtigen.
Ermittler tragen Beweismittel, darunter eine Armbrust und eine Gewehr aus der Wohnung des Tatverdächtigen.  © Bernd Thissen/dpa

Die ersten SEK-Einheiten wurden laut Innenministerium 1974 in Dortmund, Düsseldorf und Köln aufgestellt. 

Der erschossene Beamte gehörte zum SEK Münster. Er sollte mit seinen Kollegen die Wohnung eines Mannes (29) stürmen, gegen den wegen Drogendelikten ermittelt wurde. 

Der Verdächtige hatte laut Polizei zwei Mal auf die Polizisten geschossen. Eine Kugel hatte den jungen Beamten demnach tödlich verletzt.

Nach der Durchsuchung der Wohnung teilte die Polizei am Mittwochabend mit, dort Marihuana im Wert von 1000 Euro sowie geringe Mengen weiterer Drogen gefunden zu haben; dazu eine größere Menge Bargeld, einen scharfen Revolver, mehrere Luftgewehre, Messer und selbstgebaute Pyrotechnik. 

Erst am Donnerstag sollte der Tatverdächtige einem Haftrichter vorgeführt werden.

Update, 13.43 Uhr: Richter schickt Tatverdächtigen wegen Mordes in U-Haft

Am Freitagmittag wurde der Tatverdächtige (29) einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete für den 29-Jährigen Untersuchungshaft wegen Mordes an.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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