Betriebe kaputt, Äcker geflutet: So schwer sind Unternehmen von der Hochwasser-Katastrophe getroffen

Düsseldorf - Überflutete Firmengelände und stillstehende Maschinen: Die Flutkatastrophe hat viele Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hart getroffen.

Der Hochwasser führende Fluss Inde hatte am Donnerstag einen Deich in der Nähe des Braunkohletagebaus Inden bei Aachen überspült und war in den Tagebau geflossen.
Der Hochwasser führende Fluss Inde hatte am Donnerstag einen Deich in der Nähe des Braunkohletagebaus Inden bei Aachen überspült und war in den Tagebau geflossen.  © Alexander Forstreuter/dpa

Ein Sprecher des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau NRW sagte am Montag: "Es sind etliche Firmen von uns betroffen." Firmennamen nannte er nicht.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Kupfer-Recycler Aurubis berichtet, dass er aufgrund von starken Unwetterauswirkungen die Produktion in Stolberg stoppen und das Werk evakuieren musste.

Das Werk mit seinen rund 400 Beschäftigten könne deshalb seine Lieferverpflichtungen nicht mehr erfüllen.

So viele islamistische Gefährder haben NRW-Sicherheitsbehörden derzeit "intensiv im Auge"
Nordrhein-Westfalen So viele islamistische Gefährder haben NRW-Sicherheitsbehörden derzeit "intensiv im Auge"

"Die Auswirkungen des Unwetters für unser Werk in Stolberg sind für uns alle schockierend", sagte Aurubis-Chef Roland Harings.

Beim Stromversorger RWE waren der Braunkohletagebau Inden und das angeschlossene Kraftwerk Weisweiler stark betroffen.

Das Kraftwerk lief auch am Montag mit reduzierter Leistung, wie ein Unternehmenssprecher berichtete. Am Donnerstag hatte der Fluss Inde einen Deich überspült und war in den Tagebau gelaufen.

Die Kohleförderung musste eingestellt werden und durfte erst Ende der Woche wiederaufgenommen werden. Das Kraftwerk arbeitet seitdem mit verminderter Leistung.

Auch zahlreiche Wasserkraftwerke von RWE in der Eifel, an der Mosel, Saar und Ruhr mussten den Betrieb zeitweise einstellen. Die Schäden könnten einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag erreichen, prognostizierte RWE.

Hart getroffen wurde auch das Outlet-Center Bad Münstereifel. Das Fachblatt Textilwirtschaft berichtete, fast alle Geschäfte in dem Outlet-Center seien zerstört worden.

Landwirte und Winzer durch Unwetter schwer getroffen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (48, CDU) besuchte am Samstag das Katastrophengebiet an der Ahr.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (48, CDU) besuchte am Samstag das Katastrophengebiet an der Ahr.  © Torsten Silz/Bundesministerium Ernährung und Landwirtschaft/dpa

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (48,CDU) forderte, dass Fluthilfen auch der Landwirtschaft zugutekommen müssten.

Ersten Eindrücken zufolge nähmen die Schäden an landwirtschaftlichen Flächen, Gebäuden und Infrastruktur ein "teils existenzbedrohendes Maß" an, teilte ihr Ministerium mit.

So seien Getreidebestände vielerorts vernichtet, ganze Tierbestände ertrunken und Einrichtungen von Weingütern und Winzergenossenschaften zerstört worden.

Nach Streit in Recklinghausener Wohnung: 19-Jähriger tödlich verletzt
Nordrhein-Westfalen Nach Streit in Recklinghausener Wohnung: 19-Jähriger tödlich verletzt

Über die Soforthilfen des Bundes soll am Mittwoch im Bundeskabinett beraten werden.

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, Bernhard Krüsken, unterstützte Klöckners Vorstoß.

"Es ist wichtig und richtig, dass auch die landwirtschaftlichen Betriebe bei den Soforthilfen bedacht werden. Die Landwirtschaft ist massiv von der Flutkatastrophe betroffen", sagte Krüsken der Deutschen Presse-Agentur.

Titelfoto: Alexander Forstreuter/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: