Die Schulen in Heinsberg bleiben länger geschlossen

Heinsberg/NRW – Die Schulen im vom Coronavirus besonders betroffenen Kreis Heinsberg sollen länger geschlossen bleiben.

Die Schulen im vom Coronavirus besonders betroffenen Kreis Heinsberg sollen länger geschlossen bleiben. 
Die Schulen im vom Coronavirus besonders betroffenen Kreis Heinsberg sollen länger geschlossen bleiben.   © Jonas Güttler/dpa

"Wir haben uns (...) dazu entschlossen, perspektivisch bis Ostern, aber de facto erstmal um eine weitere Woche, die Schulen geschlossen zu halten", sagte der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) in einem am Mittwoch veröffentlichten Video auf Facebook. 

Auch Kindertagesstätten sollen weiter geschlossen bleiben.

"Das haben wir uns wirklich - das können Sie mir glauben - nicht leicht gemacht, weil wir natürlich alle auch sehr heftig diskutiert haben: Ist das vor dem Hintergrund der Auswirkungen auf Familien, auf Betreuung, auf das Arbeitsleben der Einzelnen - Stichwort beispielsweise die alleinerziehende Mutter - ist das überhaupt vertretbar?"

Der Landrat sagte zudem: "Wir haben auch durch viele Gespräche mit den Krankenhäusern in den letzten Tagen festgestellt, dass nicht sehr viele wirklich schwer am Coronavirus erkranken, aber dass insbesondere die Risikogruppe der älteren Personen und der vorgeschädigten Personen, dass man da doch mit schweren Krankheitsverläufen rechnen muss."

Mit Blick auf die geschlossenen Kitas sagte Pusch: "Ich kann zumindest eine positive Nachricht senden." Denn: Die Bürgermeister des Kreises und er wollten darauf hinwirken, Kita- und OGS-Gebühren zu erstatten. Dies solle nicht "kleinlich", sondern monatsweise, "so wie es Sie trifft, passieren.

Heinsberg-Landrat: Ausgrenzung wegen Corona schlimmer als Krankheit

Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch befürchtet eine Vertrauenskrise.
Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch befürchtet eine Vertrauenskrise.  © Roberto Pfeil/dpa

Noch schlimmer als das medizinische Problem des Coronavirus ist nach Einschätzung des Heinsberger Landrates Stephan Pusch (CDU) die dadurch drohende Vertrauenskrise in der Bevölkerung. 

"Das Coronavirus ist aus meiner Sicht ein medizinisches Problem, klar - aber viel schlimmer ist das Vertrauensproblem, was das in den Köpfen verursacht", sagte Pusch in seiner Videobotschaft am Donnerstag. 

Ausgrenzung, Misstrauen und Angst führten am Ende auch zu wirtschaftlichen Problemen. Die besten Mittel dagegen seien aus seiner Erfahrung Solidarität, Mitgefühl und gemeinsames Anpacken.

Ihm berichteten Heinsberger, dass sie vom Arbeitgeber nur wegen ihrer Herkunft nach Hause geschickt oder erst gar nicht mehr aufs Firmengelände gelassen würden. 

"Es kann sein, dass morgen - wir alle wollen das nicht hoffen - ihr Kreis, ihre Stadt genau von denselben Problemen betroffen ist", sagte der Landrat. Dann würden diese Leute selbst Ausgrenzung erfahren.

Der Kreis Heinsberg ist weiterhin von der Ausbreitung des Virus besonders stark betroffen. Fast die Hälfte der 909 Infektionen in NRW (Stand: 10 Uhr) wurden im Kreis nachgewiesen.

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Titelfoto: Jonas Güttler/dpa

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