Corona-Ausbruch in DPD-Versandlager: Weitere Maßnahmen geplant

Hückelhoven/Kreis Heinsberg/NRW - Nach dem Corona-Ausbruch in einem Depot des Paketzustellers DPD in Hückelhoven will der Kreis Heinsberg am Montag über weitere Maßnahmen entscheiden.

Das DPD-Versandlager in Hückelhoven im Kreis Heinsberg.
Das DPD-Versandlager in Hückelhoven im Kreis Heinsberg.  © Roberto Pfeil/dpa

Der Krisenstab komme am Vormittag zusammen, sagte ein Kreissprecher. 

Das Unternehmen plant, zu Beginn der neuen Woche den vorübergehend geschlossenen Standort nach den Vorgaben des Gesundheitsamtes zu reinigen und zu desinfizieren, wie ein DPD-Sprecher ankündigte.

Der Paketzusteller hatte den Betrieb in Hückelhoven Ende vergangener Woche ausgesetzt und alle 400 Mitarbeiter in zweiwöchige Quarantäne geschickt. 

Nach vorläufigen Zahlen des Heinsberger Landrats Stephan Pusch (CDU) waren zunächst 80 DPD-Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Etwa 340 der Proben seien ausgewertet, sagte Pusch am Samstag in einer Videobotschaft bei Facebook. Am Sonntag gab es bis zum Nachmittag keine neuen Zahlen.


Update, 9.14 Uhr: Milde Verläufe bei Infizierten

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Depot des Paketzustellers DPD hat der Kreis Heinsberg zusätzliche Mitarbeiter mobilisiert, um schnell die Kontakte der Infizierten nachzuverfolgen. 

Alle rund 80 positiv Getesteten des Standorts in Hückelhoven seien in häuslicher Quarantäne, nach aktuellem Stand sei niemand im Krankenhaus, es gebe bisher nur milde verlaufende Fälle, sagte ein DPD-Sprecher.

Bis zum Montagmorgen gab es dazu noch keine neuen Zahlen.

Andere DPD-Versandzentren seien nicht betroffen

Der Kreis Heinsberg galt in NRW als Corona-Epizentrum. Hier liegt das betroffene DPD-Lager.
Der Kreis Heinsberg galt in NRW als Corona-Epizentrum. Hier liegt das betroffene DPD-Lager.  © Roberto Pfeil/dpa

Die Zustellung von Paketen und Abholung von Sendungen bei Kunden werde von benachbarten Standorten übernommen und sei sichergestellt, erklärte der Unternehmenssprecher am Wochenende. 

Andere DPD-Standorte seien von dem Ausbruch nicht betroffen.

Nun würden zunächst die Kontaktpersonen nachverfolgt, sagte Pusch. Erst dann wisse man, ob die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ausreichend seien. 

Solch ein "lokales Geschehen" an einem Hotspot sei allerdings nicht so schlimm wie eine Verteilung der Fälle über den ganzen Kreis. Es wohnten nicht alle positiv Getesteten im Kreis, sagte Pusch.

Der Kreis Heinsberg gilt als besonders betroffen von der Pandemie. In der Gemeinde Gangelt hatten sich nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar viele Bürger mit dem neuartigen Virus infiziert. 

Die Gemeinde gilt daher als Epizentrum. Bis Sonntag zählte das NRW-Gesundheitsministerium in dem Kreis 1849 bestätigte Infektionen, 28 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle blieb im Vergleich zum Samstag unverändert bei 68.

Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro
100.000 Einwohner liegt nach der Auflistung des Ministeriums vom Sonntag bei 24,4 (Samstag: 13,4). 

Die von Bund und Ländern vereinbarte Grenze für die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen liegt bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Landrat Pusch ging am Samstag nicht davon aus, dass die Grenze überschritten wird.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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