Luftwaffe startet Corona-Hilfsflüge aus Bayern: NRW will planbare OPs verschieben!

Köln - Die Luftwaffe der Bundeswehr beteiligt sich erstmals an der Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie.

Ein Spezialflugzeug der Luftwaffe am Freitag um 14 Uhr auf dem bayerischen Flughafen Memmingen landen. (Archivfoto)
Ein Spezialflugzeug der Luftwaffe am Freitag um 14 Uhr auf dem bayerischen Flughafen Memmingen landen. (Archivfoto)  © Moritz Frankenberg/dpa

Ein Airbus A310 MedEvac startete nach Bundeswehr-Angaben am Freitag kurz nach 13.00 Uhr Richtung Memmingen in Bayern.

Von dort soll er Schwerkranke zum Flughafen Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen bringen. Die Ankunft der Maschine war für den frühen Abend geplant.

Die Bundeswehr hilft damit erstmals dabei, Krankenhäuser in Regionen mit besonders vielen Corona-Patienten zu entlasten. Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit.

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Dazu gehört der Airbus A310 MedEvac, eine "fliegende Intensivstation" mit sechs Behandlungsplätzen, sowie eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH. In dieses waren zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden. In Wunstorf (Niedersachsen) ist zudem noch ein A400M MedEvac stationiert.

"Die Situation in Deutschland ist ernst. Für uns als Nordrhein-Westfalen ist es selbstverständlich, dass wir auch gegenüber anderen Bundesländern Solidarität zeigen werden", sagte der stellvertretende NRW-Ministerpräsident Joachim Stamp (51, FDP) am Vormittag.

Die Krankenhäuser sollten, wo es medizinisch vertretbar sei, "verschiebbare Behandlungen ganz oder teilweise zurückstellen", um Covid-19-Patienten zu versorgen.

Derzeit noch mehr als 360 Intensivbetten in NRW frei

Damit sollten auch Patienten aus Krankenhäusern anderer "Regionen, Bundesländer und Staaten" versorgt werden können, heißt es in dem Verordnungsentwurf.

Im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Systems sollen Covid-19-Patienten bundesweit verteilt werden können, wenn in einzelnen Regionen der Kollaps von Krankenhäusern droht.

In NRW werden nach Landeszahlen vom Freitag 2595 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, 334 davon auf Intensivstationen mit Beatmung. 362 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit für sehr schwere Fälle sind in Nordrhein-Westfalen aktuell noch frei.

Titelfoto: Moritz Frankenberg/dpa

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