Corona-Krise: Sprunghafter Anstieg der Privatpleiten

Düsseldorf - Im ersten Halbjahr 2021 haben in Nordrhein-Westfalen angesichts der Corona-Krise verstärkt größere Firmen Insolvenz angemeldet.

Als Corona-Maßnahme war die Pflicht zur Insolvenz-Beantragung für Unternehmen teilweise bis zum 30. April 2021 ausgesetzt gewesen.
Als Corona-Maßnahme war die Pflicht zur Insolvenz-Beantragung für Unternehmen teilweise bis zum 30. April 2021 ausgesetzt gewesen.  © picture alliance / Alexander Heinl/dpa

Zugleich legte die Zahl der Privatinsolvenzen nach Angaben des Landesamtes für Statistik vom Donnerstag sprunghaft zu, die Statistiker vermuten hinter dieser Entwicklung die Folgen rechtlicher Veränderungen.

Wie das Landesamt in Düsseldorf mitteilte, ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in dem Zeitraum insgesamt um zwölf Prozent auf 2111 Verfahren zurück. Zugleich erhöhte sich die Summe der Insolvenz-Forderungen in diesen Verfahren im ersten Halbjahr aber deutlich um mehr als 29 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro.

"Ursächlich für den Anstieg bei den Forderungen bei gleichzeitig sinkender Zahl der Insolvenzen war, dass eine höhere Zahl wirtschaftlich bedeutender Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt hat", hieß es.

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Zudem sei als Corona-Maßnahme die Pflicht zur Insolvenz-Beantragung für Unternehmen teilweise bis zum 30. April 2021 ausgesetzt gewesen. Auch das erkläre den Rückgang bei der Insolvenzzahl.

Gesetz zur Verkürzung der Restschuldbefreiung

Über dem Niveau der Vorkrisenzeit hätten die Insolvenz-Zahlen beispielsweise bei Hotels, Anbietern von Ferienwohnungen oder Campingplätzen gelegen.

Bei den Verbraucherinsolvenzen gab es in NRW im ersten Halbjahr 2021 ein sprunghaftes Wachstum um 53 Prozent auf gut 10.600. Ende 2020 war ein Gesetz zur Verkürzung der Restschuldbefreiung auf drei Jahre beschlossen worden.

Mit Blick auf diese Rechtsänderung hätten vermutlich viele Schuldner ihre Anträge zurückgestellt und dann nach dem Jahreswechsel gestellt, teilte das Landesamt mit.

Titelfoto: picture alliance / Alexander Heinl/dpa

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