Corona-Lage in NRW: Impf-Rekord und erste Kontakt-Beschränkungen

Düsseldorf - Bei den sehr gefragten Auffrischungsimpfungen gegen Corona liegt Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich in der Spitzengruppe.

In NRW wurden bereits Millionen von Booster-Impfungen durchgeführt - gleichzeitig werden in einigen Städten und Kreisen strengere Regeln eingeführt. (Symbolbild)
In NRW wurden bereits Millionen von Booster-Impfungen durchgeführt - gleichzeitig werden in einigen Städten und Kreisen strengere Regeln eingeführt. (Symbolbild)  © Wolfgang Kumm/dpa

Nach Daten des Robert Koch-Instituts vom Dienstag haben mehr als 3,4 Millionen Menschen in NRW bisher eine Booster-Impfung bekommen. Nur das Saarland (20,5) und Berlin (20,3) haben nach den RKI-Daten höhere Quote als NRW (19,1).

Die Landesregierung verweist auf einen Impfrekord in der vergangenen Woche von über 1,4 Millionen verabreichten Impfdosen in NRW, von denen 250.000 Impfdosen für Erst- und Zweitimpfungen zum Einsatz gekommen seien.

In Köln, dem Kreis Lippe, dem Oberbergischen Kreis und in Wuppertal gelten seit dem Dienstag verschärfte Kontaktbeschränkungen, weil die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über dem Schwellenwert von 350 lag und das NRW-Gesundheitsministerium diesen Schritt nach der neuen Corona-Schutzverordnung verfügte. Im Kreis Herford gilt das von Mittwoch an.

Ab heute: Neue Corona-Schutzverordnung und Quarantäne-Regeln für NRW
Nordrhein-Westfalen Ab heute: Neue Corona-Schutzverordnung und Quarantäne-Regeln für NRW

Bei privaten Feiern und Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen dürfen sich maximal 50 Personen in Innenräumen und 200 Personen im Außenbereich treffen.

Für die nicht immunisierten Personen bleibt es bei den deutlich strengeren Kontaktbeschränkungen.

NRW-Gesundheitsminister Laumann will hohes Impf-Tempo beibehalten

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (64, CDU) betonte, dass in den kommenden Wochen so viele Menschen wie möglich vor einer Corona-Infektion geschützt werden müssten.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (64, CDU) betonte, dass in den kommenden Wochen so viele Menschen wie möglich vor einer Corona-Infektion geschützt werden müssten.  © David Young/dpa

Etwa 80 Prozent der Rekord-Impfzahl binnen einer Woche ist nach Angaben von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (64, CDU) von den Hausärzten und Fachärzten bewältigt worden. Etwa 20 Prozent entfielen auf Impfstellen und mobile Impfteams in den Kommunen.

Landesweit gebe es Corona-Impfungen in rund 11.200 Arztpraxen und rund 800 kommunalen Impfangebote. Das seien etwa 700 kommunale Impfangebote mehr als noch vier Wochen zuvor.

"Wir müssen in den kommenden Wochen dieses hohe Tempo beim Ausbau der Impfungen beibehalten, um so viele Menschen wie möglich wirksam vor einer Infektion zu schützen", betonte er. Laut RKI-Daten sind 72,3 Prozent der Menschen in NRW vollständig geimpft.

Wegen steigender Corona-Zahlen: NRW-Grünen-Vorsitzende Neubaur fordert FFP2-Maskenpflicht!
Nordrhein-Westfalen Wegen steigender Corona-Zahlen: NRW-Grünen-Vorsitzende Neubaur fordert FFP2-Maskenpflicht!

Wenn eine berufsbezogene Impfpflicht gesetzlich verankert ist, werde sie in NRW umgesetzt, kündigte Laumann in der Rheinischen Post an. "Ich halte sie für den ersten Schritt in Richtung allgemeine Impfpflicht", erläuterte er.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist allein von rund 9000 betroffenen Einrichtungen in der Pflege - inklusive ambulanter Pflegedienste - in NRW auszugehen.

Impfrate in NRW muss weiter steigen

Hier im Düsseldorfer Impfzentrum warten viele vor dem Check-in auf ihre Impfung, nicht überall wird so fleißig geimpft wie in NRW.
Hier im Düsseldorfer Impfzentrum warten viele vor dem Check-in auf ihre Impfung, nicht überall wird so fleißig geimpft wie in NRW.  © Malte Krudewig/dpa

Laumann sprach sich auch für eine allgemeine Impfpflicht aus. "Ich persönlich glaube, dass in Abwägung aller Dinge eine Impfpflicht vertretbar ist", sagte er im Deutschlandfunk. NRW gehöre zu den Bundesländern mit hohen Impfquoten. In anderen Regionen sei die Situation eine andere.

In der vierten Welle würde es wesentlich weniger Probleme geben, wenn die Impfrate höher wäre. Deshalb sei es legitim zu sagen, man müsse das Impfen verbindlicher machen. Sonst werde es sehr schwer, zu einer Lebensgestaltung wie vor der Pandemie gewohnt zurückzukehren. Er verwies auch auf die Belastung auf den Intensivstationen.

Die Corona-Inzidenz bewegt sich in NRW knapp unterhalb der Marke von 300. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag laut RKI am Dienstag bei 297,0.

Titelfoto: Malte Krudewig/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: