Massive Corona-Einschränkungen: NRW-Ministerpräsident verteidigt Kurs

Düsseldorf/NRW - NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) hat die massiven Beschränkungen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie gegen Kritik verteidigt.

Armin Laschet (59, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie.
Armin Laschet (59, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

"Wir wissen bei 75 Prozent der Infektionen nicht, wo sie herkommen", sagte er am Mittwoch in Düsseldorf.

Deshalb könne man mit den Maßnahmen nicht nur bei einigen wenigen Bereichen ansetzen, sondern müsse dafür sorgen, dass die gesamte Gesellschaft in NRW ihre Kontakte reduziere.

"Da ist es auch nicht entscheidend, ob jemand ein Hygienekonzept hat oder nicht, ob er Abstand halten kann wie in einem Fußballstadion oder in einem Opernhaus oder in einem Restaurant, das sich an alle Regeln hält."

Vertreter von Gastronomie, Kinos und Fitnessstudios hatten die geplanten Betriebsschließungen schon im Vorfeld als unverhältnismäßig zurückgewiesen. 

Sie hatten unter anderem argumentiert, dass dort kaum Corona-Infektionen nachweisbar seien.

Die bundesweiten strikten Maßnahmen bis Ende November seien nötig, damit man danach wieder zu mehr Normalität zurückkehren könne, sagte Laschet.

"Wir wollen, dass die Advents- und die Weihnachtszeit eine Zeit wird, wo wir wieder auch innerlich am Ende eines solch dramatischen Jahres zur Ruhe kommen können."

Laut Laschet noch kein Corona-Notstand

"Wir sind nicht in einem Notstand. Sondern es ist eine präventive Maßnahme, um zu verhindern, dass wir irgendwann in einen Notstand geraten können", sagte Laschet am Mittwoch in Düsseldorf.

Zusammenhalten und Hilfe für Alte und Kranke

 Armin Laschet hat an die Menschen appelliert, in der Corona-Krise zusammenzuhalten. "Wir brauchen jetzt vor allem Solidarität. Solidarität mit den Alten und Kranken, für die das Virus eine tödliche Bedrohung ist. Mit den Pflegekräften und Ärzten, die bald wieder an ihre Grenzen gehen müssen", sagte Laschet am Mittwoch in Düsseldorf. 

Auch für viele Gastronomen, Kulturschaffende und andere Selbstständige gehe es nun wieder um die Existenz.

Gesundheitsämter über der Grenze der Belastbarkeit

Die Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen sind in der Corona-Pandemie laut Ministerpräsident Armin Laschet an die Grenze ihrer Belastbarkeit gekommen. 

50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner und sieben Tage seien zu schaffen, sagte Laschet. NRW sei aber derzeit bei 121 Neuinfektionen. 

Verschärfte Corona-Regeln sollen am Donnerstag verabschiedet werden

Das nordrhein-westfälische Kabinett will am Donnerstagmorgen die von Bund und Ländern vereinbarten verschärften Corona-Maßnahmen beschließen. Diese sollen in die Corona-Schutzverordnung des Landes übernommen werden, wie der Ministerpräsident am Mittwoch. 

Am Freitag werde er dann in einer Sondersitzung des Landtages das Parlament über die Gesamtlage und die Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen unterrichten.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

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