NRW reagiert auf Corona-Welle: Laschet mit Appell an die Bürger

Düsseldorf/Nordrhein-Westfalen - Mit eindringlichen Worten hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Bürger auf das Einhalten der Corona-Regeln während der aktuellen zweiten Corona-Ausbruchswelle eingeschworen.

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Pressekonferenz zur aktuelle Lage und zum weiteren Vorgehen des Landes in der Corona-Pandemie.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Pressekonferenz zur aktuelle Lage und zum weiteren Vorgehen des Landes in der Corona-Pandemie.  © Roberto Pfeil/dpa

"Viele sind zu leichtfertig geworden. Und jeder einzelne trägt dazu bei, dass wir das Virus bekämpfen", sagte Laschet am Sonntag in Düsseldorf.

Die Menschen müssten jetzt bei privaten Feiern Opfer bringen, damit Schulen und Kitas geöffnet bleiben könnten und das öffentliche Leben nicht erneut zum Erliegen komme. 

"Verzichten Sie jetzt auf Feiern auf engem Raum. Jeder, der im Moment etwas zu feiern hat, sollte dieses in diesen Zeiten unterlassen. Wir müssen alle jetzt vorsichtig sein", mahnte Laschet. "Wenn wir jetzt alles richtig machen, wird es keinen zweiten Lockdown geben."

NRW hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer. 

Landesweit steckten sich 34,1 Menschen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen mit dem Virus an, wie das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit mitteilte - das waren 1,7 mehr als am Vortag. 

Deshalb hatte Laschet am Sonntag eine kurzfristige Sondersitzung des Landeskabinetts anberaumt.

Junge Menschen in der Verantwortung

Menschen in Köln müssen in den Fußgängerzonen jetzt Masken tragen.
Menschen in Köln müssen in den Fußgängerzonen jetzt Masken tragen.  © Roberto Pfeil/dpa

Besonders in die Verantwortung nahm der Ministerpräsident junge Menschen, denn in der Altersgruppe der 20 bis 29-Jährigen gibt es in NRW im Moment besonders viele Corona-Fälle. Häufig sind sie den Behörden zufolge auf Partys und große Feste zurückzuführen. 

"Es ist eine solidarische Pflicht auch der Jungen, nicht nur an sich zu denken", mahnte Laschet. Denn leicht könnten sie ihre Eltern und Großeltern anstecken, die mit den Folgen einer Covid-19-Erkrankung meist viel stärker zu kämpfen hätten als die Jungen selbst.

Dass die bislang in NRW beschlossenen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus sinnvoll seien, zeigten Hotspots wie Hamm und Remscheid. 

Dort sei die wichtige Kennzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen von zuletzt sehr hohen Werten wieder deutlich gesunken. "Das zeigt: unsere Maßnahmen wirken", sagte Laschet.

Einheitliche Regeln an Corona-Hotspots in NRW geplant

Nordrhein-Westfalen will die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Corona-Hotspots vereinheitlichen. Sobald ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt in NRW die Grenze von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreite, sollen sich dort nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen.

Außerdem sollen in diesem Fall Öffnungszeiten von Kneipen und Restaurants eingeschränkt werden. Für öffentliche Veranstaltungen sollen strengere Obergrenzen für die Teilnehmerzahl gelten. Für Feiern in privaten Räumen soll die Teilnehmerzahl dann auf 25 begrenzt werden.

"Damit schaffen wir jetzt Einheitlichkeit und Klarheit in allen Hotspots", sagte Laschet.

Kritik an Beherbungsverboten

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sieht die zunehmenden Beherbergungsverbote für Urlauber aus Risikoregionen kritisch. "Wenn ganz viele Orte in Deutschland Risikogebiete sind, ist die Frage, wer darf von wo nach wo reisen, eigentlich eine zweitrangige", sagte er am Sonntag Düsseldorf.

"Deshalb unser Appell, Reisen generell jetzt in den Herbstferien zu unterlassen und auch innerhalb Deutschlands möglichst zu Hause zu bleiben."

In Nordrhein-Westfalen sind vorerst keine Beherbergungsverbote für Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots in Kraft. 

Die Corona-Schutzverordnung des Landes sieht diese Möglichkeit zwar grundsätzlich seit Mitte Juli vor – aber nicht als Automatismus ab einer bestimmten Schwelle.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa/Montage

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