Das gab's Ostern noch nie: Leere Kirchen und eindringliche Osterbotschaften

Köln/NRW - Wegen des Gottesdienstverbotes in der Corona-Krise bleiben die Kirchen in NRW an Ostern erstmals leer.

Der Roncalliplatz vor dem Kölner Dom bevölkert mit vielen Weltjugendtags-Pilgerern am Mittwoch, 17.8.2005 (l.) - und fast menschenleer am Mittwoch, den 1.4.2020.
Der Roncalliplatz vor dem Kölner Dom bevölkert mit vielen Weltjugendtags-Pilgerern am Mittwoch, 17.8.2005 (l.) - und fast menschenleer am Mittwoch, den 1.4.2020.  © Oliver Berg/dpa

Stattdessen predigen etwa der Kölner Kardinal Rainer Woelki und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, vor unbesetzten Kirchenbänken. 

Die Gottesdienste werden aber im Internet übertragen, einige auch im Radio oder Fernsehen.

Eine Ausnahme bildet ein Düsseldorfer Autokino: Dort sollen Gläubige am Sonntag an einer katholischen Messe unter freiem Himmel teilnehmen können - allerdings sitzen sie dabei in ihrem Fahrzeug und haben keinen direkten Kontakt zu den anderen Teilnehmern.

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Die Christen haben sich einiges einfallen lassen, um dennoch etwas festliche Stimmung aufkommen zu lassen. So soll von 09.30 Uhr bis 09.45 Uhr in allen katholischen und evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen mit möglichst allen Glocken geläutet werden. 

In einigen Gemeinden können sich die Gläubigen außerdem Osterkerzen abholen.

Osterbotschaften mit eindringlichen Worten

Der Kölner Dom bleibt am Ostersonntag leer.
Der Kölner Dom bleibt am Ostersonntag leer.  © Roberto Pfeil/dpa

In einer vorab veröffentlichten Osterbotschaft warf der rheinische Präses Rekowski die Frage auf, ob die Osterbotschaft überhaupt eine Chance habe, "gegen die alles beherrschende Corona-Pandemie durchzudringen". 

Die Antwort des evangelischen Theologen: "Wer Ostern feiert, lässt sich vom Leben anstecken. (...) Daran glaube ich, auch in den sorgenvollen Zeiten der Corona-Pandemie: Der Tod hat nicht das letzte Wort."

Kardinal Woelki beschrieb die derzeitige Situation in einem am Sonntag gesendeten Beitrag für das Domradio in drastischen Worten: "Die Zahl der Toten, die weltweit dem Coronavirus zum Opfer fallen, steigt und steigt - scheinbar unaufhaltsam. In vielen Regionen der Erde werden die Leichen längst mit Lastwagen aus unseren Städten gefahren. Welche Not, welche Trostlosigkeit, wie viel Angst und Schrecken." 

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Gerade in dieser Situation sei die Osterbotschaft ein Lichtblick: "Denn Ostern feiern wir, dass nicht der Tod das letzte Wort hat, sondern das Leben."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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