Schlafentzug, Demütigung und Schläge: Das Schicksal der Verschickungskinder

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalen treibt die Aufarbeitung des Schicksals von Millionen sogenannter Verschickungskinder seit den 1950er Jahren voran.

Ein Privatfoto von 1954 zeigt einen Jungen in einer Kinderheilstätte. NRW treibt die Aufarbeitung des Schicksals von Millionen Verschickungskindern voran. (Archivbild)
Ein Privatfoto von 1954 zeigt einen Jungen in einer Kinderheilstätte. NRW treibt die Aufarbeitung des Schicksals von Millionen Verschickungskindern voran. (Archivbild)  © -/Christoph Sandig Privatfoto/dpa

Von der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre hinein wurden nach Schätzungen der Initiative Verschickungskinder bundesweit acht bis zwölf Millionen Kindern und Jugendliche in wochenlange Kuren geschickt.

Viele dieser Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis 14 Jahren erwarteten statt Erholung in den Heimen Schlafentzug, Schläge, Isolierung, Essensentzug und Demütigung.

Eine im Oktober 2020 eingerichtete Arbeitsgruppe stehe im ständigen Dialog mit der NRW-Regionalgruppe der Initiative Verschickungskinder, teilte das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage mit.

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Das Ministerium werde ein "umfangreiches Projekt" des Vereins zur Beratung von traumatisierten ehemaligen Verschickungskindern und zur Bürgerforschung fördern. Außerdem werde eine Kurzstudie für NRW in Auftrag gegeben.

Dabei gehe es vor allem um Daten zur Zahl der verschickten Kinder und Jugendlichen sowie zu den Heimen.

Das Ministerium setze sich im Länderkreis auch dafür ein, "dass die notwendige umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung durch den Bund zeitnah beginnt", hieß es. "Die wissenschaftliche Aufarbeitung des Themenkomplexes und die Sammlung von gesicherten Erkenntnissen zum Umfang der Verschickungen stehen noch ganz am Anfang."

Der Erste Jugendbericht der Bundesregierung von 1965 führe auf, dass es Ende 1963 fast 840 Kur-, Heil-, Genesungs- und Erholungsheime für Minderjährige mit fast 57.000 Plätzen in der Bundesrepublik gab.

Titelfoto: -/Christoph Sandig Privatfoto/dpa

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