Dauerblinken in der Nacht passé: Erster Windpark in NRW setzt neue Technik ein

Issum/Düsseldorf - In einem Windpark-Verbund am Niederrhein ist am Freitag das nächtliche Dauerblinken roter Warnlampen auf acht Windrädern ausgeschaltet worden.

Die Gefahrenleuchten werden künftig nachts oder bei schlechter Sicht nur noch dann aktiviert, wenn sich ein Flugobjekt dem Windpark nähert. (Symbolfoto)
Die Gefahrenleuchten werden künftig nachts oder bei schlechter Sicht nur noch dann aktiviert, wenn sich ein Flugobjekt dem Windpark nähert. (Symbolfoto)  © Christian Charisius/dpa

Die Gefahrenleuchten werden dort künftig nachts oder bei schlechter Sicht nur noch dann aktiviert, wenn sich ein Flugzeug oder ein Hubschrauber dem Windpark nähert. Für die Aktivierung werden Signale genutzt, die die Luftfahrzeuge aussenden, wie der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) mitteilte.

"Wir erhoffen uns, dass solche Umrüstungen zu mehr Zustimmung in der Bevölkerung für die Windenergie führt", sagte der Vorsitzende des Windkraft-Branchenverbands, Reiner Priggen (68). Die System-Umstellung in Issum (Kreis Kleve) erfolgte im Beisein von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU).

Nach Angaben des Landesverbands war es der erste Windpark-Verbund in Nordrhein-Westfalen, der mit der sogenannten bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung (BNK) ausgestattet wurde. Der LEE NRW ist über eine Tochtergesellschaft selbst Akteur bei der Umstellung und arbeitet dabei mit einem Anbieter für BNK-Anlagen zusammen.

"Als Schutzschild missbraucht": Eltern lassen Kinder bei Corona-Demos Plakate tragen
Nordrhein-Westfalen "Als Schutzschild missbraucht": Eltern lassen Kinder bei Corona-Demos Plakate tragen

Die bisherigen Planungen des Branchenverbandes sehen vor, dass in den kommenden Monaten landesweit 46 Verbünde mit mehr als 300 Anlagen umgerüstet werden.

Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung ab 100 Meter Höhe

Die Ausstattung mit BNK-Anlagen ist für Windräder ab einer Höhe von 100 Metern, die seit 2006 in Betrieb gingen, gesetzlich vorgeschrieben. Von den gut 3500 Windrädern in NRW fallen laut Fachagentur Windenergie an Land rund 1500 unter die Vorschrift.

Im Herbst vergangenen Jahres waren laut einer Umfrage der Agentur in NRW allerdings erst eine einstellige Anzahl mit einer BNK ausgerüstet.

Bundesweit hatten damals 17 Prozent aller umzurüstenden Windenergieanlagen bereits eine BNK oder die Genehmigung dafür.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: