Diese NRW-Regionen könnten zum Atommüll-Endlager werden

Düsseldorf/Berlin – Fast ein Drittel von Nordrhein-Westfalen kommt als Standort für das deutsche Atommüll-Endlager infrage.

Knapp ein Drittel der Fläche von Nordrhein-Westfalen bietet laut einem Bericht günstige Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. (Symbolbild)
Knapp ein Drittel der Fläche von Nordrhein-Westfalen bietet laut einem Bericht günstige Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. (Symbolbild)  © Philipp Schulze/dpa

Experten haben im Norden des Landes günstige geologische Voraussetzungen für die unterirdische Lagerung der strahlenden Rückstände der Atomstromproduktion ermittelt. Das geht aus einem Bericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervorgeht.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (54, CDU) sieht das bevölkerungsreichste Bundesland dennoch nicht als "Endlager Hotspot".

Insgesamt 90 Gebiete in Deutschland sind laut Bericht für ein Endlager geeignet. Davon liegen acht in NRW. Die sich teilweise überlappenden Teilgebiete umfassen eine Gesamtfläche von gut 10 000 Quadratkilometern – etwa 30 Prozent von ganz NRW.

Darunter fallen nach Einschätzung der Experten das Münsterland, Teile Ostwestfalens und der Niederrhein. Dort kommen Tongestein oder Schichten aus Steinsalz vor.

Der Süden Nordrhein-Westfalens und fast das ganze Ruhrgebiet scheiden dagegen als möglicher Standort aus. Dort gibt es keine geeigneten Gesteinsschichten, oder die Folgen des Bergbaus schließen ein Endlager aus.

Hoch radioaktive Abfälle müssen ihren endgültigen Lagerort finden

90 Gebiete in Deutschland haben günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. Der Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist nicht darunter.
90 Gebiete in Deutschland haben günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. Der Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist nicht darunter.  © Philipp Schulze/dpa

Die Landesregierung werde den Zwischenbericht sorgfältig auswerten, kündigte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (60, FDP) an. NRW habe sich "stets zu seiner Verantwortung beim Erbe der Nutzung der Kernenergie bekannt", sagte er.

Die Endlagersuche müsse weiterhin ohne Verzögerungen durchgeführt werden, "damit auch die in NRW lagernden hoch radioaktiven Abfälle wie vorgesehen ihren endgültigen Lagerort finden".

Im Zwischenlager Ahaus sind derzeit 329 Behälter mit Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken gelagert. Darunter sind 305 Behälter aus dem stillgelegten Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) in Hamm-Uentrop.

Auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich sind 152 Castoren zwischengelagert. Sie enthalten abgebrannte Brennelemente des stillgelegten Jülicher Atomversuchsreaktors. Auch für sie muss ein Endlager gefunden werden.

Die bundesweite Endlagererkundung war angesichts des jahrzehntelangen Widerstands gegen den Ende der 1970er Jahre ins Auge gefassten Standort im niedersächsischen Gorleben gestartet worden.

Die Fachleute haben anhand von elf Kriterien die geologische Eignung für ein Endlager bewertet. Dazu haben sie mehr als eine Million Daten ausgewertet. Im weiteren Verfahren ist auch eine Bürgerbeteiligung vorgesehen.

Titelfoto: Philipp Schulze/dpa

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