Minister rechnet mit Geisterspielen in NRW wegen des Coronavirus

Berlin/Düsseldorf – Wegen der Coronakrise wird das Bundesliga-Derby Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln am Mittwoch nach den Worten von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) voraussichtlich nicht vor Publikum im Stadion stattfinden.
NRW-Gesundheitsminister rechnet mit Geisterspielen in NRW wegen des Coronavirus.
NRW-Gesundheitsminister rechnet mit Geisterspielen in NRW wegen des Coronavirus.  © Federico Gambarini/dpa

"Ob sie ohne Publikum spielen oder ob sie gar nicht spielen, das muss schon der Verein entscheiden, nicht ich", sagte Laumann am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". 

Aber Nordrhein-Westfalen werde die Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) umsetzen - "und zwar morgen oder jetzt, vollkommen klar". 

Spahn hatte empfohlen, wegen der schnellen Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen (TAG24 berichtete).

Laumann sagte, bei der Bundesliga sei es auch wichtig, dass man nicht einzelne Vereine bestrafe, sondern dass man dies in der Gesamtheit sehe. 

"Wenn wir jetzt ganz klar sagen, wir wollen in Nordrhein-Westfalen keine Veranstaltungen mehr (mit) über 1000 Menschen zulassen, dann ist das eine Empfehlung des Landesgesundheitsministers an die unteren Gesundheitsbehörden." Diese müssten entscheiden. Er sei aber sicher, dass es nun eine einheitliche Umsetzung gebe. "In Wahrheit ist es wie eine Anordnung."

Zuvor hatte bereits NRW Ministerpräsident Armin Laschet in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" gesagt: "Großveranstaltungen haben natürlich die Neigung, dass da viel übertragen wird. Deshalb werden wir diesen Rat jetzt auch in den Ländern, bei uns in Nordrhein-Westfalen und anderswo, umzusetzen."

Update, 14.09 Uhr: DFL-Chef geht von Geisterspielen aus

Die Deutsche Fußball Liga stellt sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf Geisterspiele am nächsten Bundesliga-Wochenende ein. 

"Wir würden am liebsten schon nächsten Spieltag mit Zuschauern spielen. Das ist aber leider nicht realistisch", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag bei "Bild live", schloss aber eine Komplett-Absage des kommenden Spieltags aus.

Update, 10.29 Uhr: Stadt Mönchengladbach prüft anstehendes Bundesliga-Derby

Ob das Bundesliga-Derby Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln an diesem Mittwoch ohne Zuschauer ausgetragen werden muss, ist weiter unklar. Nach der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern wegen der Coronakrise vorerst abzusagen, wollte sich die Stadt Mönchengladbach als zuständige Gesundheitsbehörde am Montag zunächst noch nicht festlegen.

"Die Stadt Mönchengladbach wird im Nachgang des Spiels gegen den BVB und den Entwicklungen am Wochenende auch die anstehende Begegnung gegen Köln bewerten", erklärte ein Stadtsprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies werde nun besprochen.

CDU-Chefin findet Geisterspiele in Fußball-Bundesliga vertretbar

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat mögliche Spiele der Fußball-Bundesliga ohne Publikum in der Coronakrise als vertretbare Maßnahme bezeichnet. 

Es sei immer gesagt worden, dass Maßnahmen angepasst würden, sagte Kramp-Karrenbauer am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Und deswegen ist es richtig zu sagen, auch mit Blick auf das, was in Europa passiert: Wir müssen Großveranstaltungen anders in den Blick nehmen."

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, könnten Bundesligaspiele in NRW schon bald ohne Zuschauer stattfinden (Archivbild).
Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, könnten Bundesligaspiele in NRW schon bald ohne Zuschauer stattfinden (Archivbild).  © Federico Gambarini/dpa

Titelfoto: Bildmontage Federico Gambarini/dpa, Federico Gambarini/dpa

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