Neue Fälle von Kindesmissbrauch: NRW-Minister Reul ist schockiert

Münster/Düsseldorf – Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (67) hat sich schockiert über den neuen Fall von Kindesmissbrauch geäußert. 

NRW-Innenminister Herbert Reul (67) verfolgt eine Debatte im Landtag.
NRW-Innenminister Herbert Reul (67) verfolgt eine Debatte im Landtag.  © Federico Gambarini/dpa

"Diese furchtbaren Missbrauchsfälle von Münster erschüttern mich zutiefst", sagte der CDU-Politiker am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittler arbeiteten mit Hochdruck an der weiteren Aufklärung. 

"Mehr Ermittlungen bedeutet aber auch immer, dass mehr Fälle ans Tageslicht kommen." Jeder aufgedeckte Fall rette Kinder aus unvorstellbarem Leid und führe die Täter ihrer gerechten Strafe zu.

Die Missbrauchsfälle zeigten ein weiteres Mal, "wie widerwärtig menschliche Abgründe sein können", sagte Reul. 

"Unschuldige Kinder werden wie Objekte zum Missbrauch angeboten und deren Leben für immer zerstört."

Am Samstag wurde bekannt, dass nach Ermittlungen der Polizei Münster elf Tatverdächtige festgenommen worden waren, von denen sich sieben noch in Untersuchungshaft befinden. Den Männern wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen (TAG24 berichtete).

Kripo-Vertreter fordert größere Anstrengungen gegen Missbrauch

Sebastian Fiedler ist Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter.
Sebastian Fiedler ist Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Nach dem Missbrauchsfall Münster mit hochprofessionell eingesetzter IT-Technik fordert Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter eine deutlich verbesserte personelle und technische Ausstattung bei der Polizei. 

"In einem solchen Fall stellen wir beim Blick in die kriminalpolizeiliche Praxis fest, dass wir über unsere Grenzen hinaus kommen. Wir müssen ja Experten haben, die ermitteln, aber die ziehen wir woanders los und holen sie aus anderen Dienststellen", sagte Fiedler am Samstag im WDR-Fernsehen.

Fiedler lobte, dass NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) das Thema Kindesmissbrauch zur Chefsache erklärt habe. 

"Es reicht aber nicht aus, mit kleinen Schritten voranzugehen was die Ausstattung und was die Qualifikation angeht", sagte Fiedler. 

Jetzt seien riesengroße Schritte notwendig. Ein Plus an Experten wie IT-Techniker für Verschlüsselungstechnik oder Leute, die sich mit Opferanhörung auskennen, sei notwendig.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0