Studieren trotz Corona: Mit "Hybrid-Wintersemester" soll es klappen

Düsseldorf – Hunderttausende Studenten starten in diesen Tagen in Nordrhein-Westfalen in ein neues Wintersemester, das weiterhin von Corona-Ausnahmebedingungen geprägt sein wird.

Studierende müssen sich darauf einstellen, notfalls auch vom Kinderzimmer aus zu lernen. (Symbolbild)
Studierende müssen sich darauf einstellen, notfalls auch vom Kinderzimmer aus zu lernen. (Symbolbild)  © Guido Kirchner/dpa

Viele werden ihre Hochschulen wegen der Pandemie nur noch selten von innen sehen und die Vorlesungen stattdessen online verfolgen.

NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (66, parteilos) sprach am Montag in Düsseldorf von einem "Hybridsemester" mit klassischen Vorlesungen in den Hochschulen plus Online-Angeboten.

Vor allem für Erstsemester solle der Campus geöffnet werden, um den Einstieg ins Studium und damit in einen neuen Lebensabschnitt zu unterstützen, betonte sie. Dies sei "ein ganz wesentlicher Erfahrungsschatz".

Generell sei das Motto: "So viel Präsenz wie möglich, so viel online wie nötig." Die Gesundheit der Studierenden und Lehrenden behalte höchste Priorität.

"Die Gefahr von Superspreading-Events – etwa durch stark nachgefragte Vorlesungen in großen Hörsälen – gilt es zu verhindern", warnte die Ministerin.

Infektionsschutz und Mindestabstand bleiben Vorschrift. Die Corona-Epidemie-Hochschulverordnung soll bis zum Ende des Wintersemesters 2020/21 entsprechend verlängert werden.

Einige Fächer wollen wieder mehr Präsenz-Veranstaltungen machen

Die Sitze im Hörsaal der Universität Köln waren im Frühjahr noch leer. Das hat sich teilweise geändert.
Die Sitze im Hörsaal der Universität Köln waren im Frühjahr noch leer. Das hat sich teilweise geändert.  © Oliver Berg/dpa

Grundsätzlich sollen große Universitäten versuchen, bei Vorlesungen mit vielen Studierenden auf Online-Formate auszuweichen. Im Bereich der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften soll der Präsenzbetrieb vor allem für Erstsemester ermöglicht werden.

Einige Hochschulen planen zudem Selbstlernbereiche, um den Wechsel zwischen Präsenz- und Online-Veranstaltungen ohne Ortswechsel zu erleichtern.

Allerdings sollen neben den gestalterischen auch die naturwissenschaftlichen Fächer, die auf Atelier- oder Laborräume angewiesen sind, wieder mit einem größeren Angebot vor Ort aufwarten.

Schon zum Ende des Sommersemesters war erlaubt worden, bis zu 50 Studierende wieder in einem Hörsaal zuzulassen und bis zu 20 Studierende in einem Praktikumsraum.

Eine so weitreichende Öffnung wie etwa an Schulen sei an den Hochschulen in der Pandemie unmöglich. So bestünden höhere Durchmischungsgefahren, ein heterogeneres Publikum und viel größere Einzugsgebiete.

Zum Wintersemester 2019/20 waren in NRW rund 770.000 Studenten an einer der fast 70 Hochschulen eingeschrieben.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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