"Unsichtbar und schutzlos": Immer mehr Wohnungslose in NRW

Düsseldorf – Mindestens 47.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen haben keine eigene Wohnung, sondern müssen in Obdachlosenunterkünften oder bei Bekannten unterkommen. 

Die Zahl der Wohnungslosen in NRW ist gestiegen. (Symbolbild)
Die Zahl der Wohnungslosen in NRW ist gestiegen. (Symbolbild)  © 123RF/Katarzyna Białasiewicz

Das geht aus der Wohnungslosenstatistik 2019 des Düsseldorfer Sozialministeriums hervor. Damit steigen die Zahlen weiter an – seit 2018 um rund fünf Prozent.

In den beiden Jahren zuvor waren die Steigerungsraten mit rund 30 bis 40 Prozent aber noch weit höher.

Dies sei zum Großteil auf die Unterbringung von Asylbewerbern mit Flüchtlingsstatus zurückzuführen gewesen, erklärte NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (63, CDU).

Die Statistik erfasse keine Menschen, die auf der Straße lebten, ohne sich an die Kommunen oder freie Träger der Wohnungslosenhilfe zu wenden, erklärte er.

Derzeit werde im Ministerium geprüft, wie auch diejenigen abgebildet werden könnten, die überhaupt kein Dach über dem Kopf hätten.

Die Kommunen sind verpflichtet, Wohnungslose unterzubringen.

Laumann: Menschen ohne Wohnung sind meist "unsichtbar und schutzlos"

Karl-Josef Laumann (63, CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales von NRW.
Karl-Josef Laumann (63, CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales von NRW.  © Federico Gambarini/dpa

"Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen, denn Menschen ohne Wohnung sind häufig unsichtbar und schutzlos", unterstrich Laumann.

Daher habe die Landesregierung die Mittel zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit seit 2017 auf 7,1 Millionen Euro in diesem Jahr versiebenfacht.

Mehr als zwei Drittel der erfassten Wohnungslosen, die ohne eigenen Mietvertrag in Einrichtungen oder bei Bekannten unterschlüpfen, sind männlich.

Fast 30 Prozent sind unter 18 Jahre alt und in der Regel zusammen mit ihren wohnungslosen Eltern untergebracht. Knapp die Hälfte hat keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Nach wie vor gibt es weitaus mehr Wohnungslose in den großen Städten.

Dies sei einerseits auf den angespannten Wohnungsmarkt dort zurückzuführen, andererseits aber auch auf das umfassendere Hilfsangebot, erklärte Laumann.

Titelfoto: 123RF/Katarzyna Białasiewicz

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