Einsatz gegen Eichenprozessionspinner: Umweltverband bemängelt Gift

Düsseldorf - Der Umweltverband BUND hält den in einem Leitfaden des NRW-Umweltministeriums genannten Biozid-Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner für unverantwortlich.

Die Eichenprozessionsspinner sorgen als Raupen für gefährliche Hautreizungen.
Die Eichenprozessionsspinner sorgen als Raupen für gefährliche Hautreizungen.  © Daniel Karmann/dpa

Damit würden auch alle anderen Schmetterlinge abgetötet, sagte der Landesvorsitzende Holger Sticht am Montag. Der Einsatz von Bioziden sollte auf Ausnahmefälle wie Kindergärten und Spielplätze beschränkt bleiben, meinte Sticht.

In einem jetzt veröffentlichten Leitfaden für Städte und Kommunen in Nordrhein-Westfalen stellt das Umweltministerium fest: Eine Kombination aus Absammeln, Absaugen und dem Einsatz von Pestiziden sei das effektivste Verfahren im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. 

Der gehört nach BUND-Angaben zu den einheimischen Schmetterlingen.

Die langen Brennhaare der Raupen, die im Frühjahr schlüpfen, können bei Menschen im Fall eines Kontakts schwere Hautreizungen und Atembeschwerden hervorrufen. 

Die Tiere sitzen oft in Nestern in Eichen, die an warmen, sonnigen Plätzen am Waldrand wachsen.

BUND rät das Absaugen von Tieren

Der BUND empfiehlt dagegen das Absaugen und Absammeln von Raupen. Umweltschädliche Biozide hätten eine Wirksamkeit von nur 80 Prozent, es überlebten also Tiere.

Mittel mit angeblich schonenden Wirkstoffen wie dem Margosa­Extrakt seien laut Umweltbundesamt eine Gefahr für Gewässer und wirkten auch auf andere Insekten, stellte der BUND fest. 

Durch das unpräzise Sprühen mit so genannten Bodenkanonen und aus Hubschraubern würden nicht nur betroffene Bäume sondern auch andere Bereiche getroffen.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0