Erdrutsch in Erftstadt-Blessem: Experten warnen weiter vor akuter Lebensgefahr!

Erftstadt-Blessem - In Erftstadt-Blessem wollen Fachleute am Sonntag die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe überprüfen.

In den Stallungen starben Pferde.
In den Stallungen starben Pferde.  © David Young/dpa

Die Experten sollen nach Angaben der Stadt die Abbruchkanten eines Erdrutsches untersuchen.

Die Lage sei unverändert angespannt, da noch keine Klarheit zu den Bodenverhältnissen bestehe.

In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein.

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Der Ortsteil war evakuiert worden. Das Betretungsverbot bestehe weiter fort, teilte die Stadt mit. Die Polizei sichere den Ortsteil.

Eine Rückkehr der Bewohner sei derzeit noch nicht möglich, da insbesondere im Bereich des Erdrutsches Lebensgefahr bestehe.

Polizisten sperren weiterhin die Zufahrt zum Ortsteil Erftstadt-Blessem ab.
Polizisten sperren weiterhin die Zufahrt zum Ortsteil Erftstadt-Blessem ab.  © Marius Becker/dpa

Katastrophale Ausmaße in NRW

Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem.
Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem.  © Rhein-Erft-Kreis/dpa

Nach der Flutkatastrophe werden in den nordrhein-westfälischen Überschwemmungsgebieten die katastrophalen Ausmaße der Schäden deutlich.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65) sprach am Samstag bei einem Besuch in dem von den Fluten besonders stark heimgesuchten Erftstadt von Schäden, "die unsere Vorstellungskraft übersteigen".

Es gebe "Gemeinden, die von Verwüstung, von Zerstörung gezeichnet sind".

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Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe in NRW stieg unterdessen auf 45.

Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Samstagabend mit. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer gegenüber Freitag um zwei erhöht.

Update, 18. Juli, 13.04 Uhr: Nach Gerüchten - Stadt Erftstadt warnt vor Rückkehr nach Blessem

Trotz der Evakuierung des Ortsteils Erftstadt-Blessem haben am Sonntag viele Menschen versucht, aufgrund von Falschmeldungen in ihre Häuser zurückzukehren. "Das ist auf keinen Fall möglich", warnte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Sonntagmittag. Es bestehe Lebensgefahr.

Den Angaben zufolge kursierten Meldungen unter den Anwohnern, dass sie den von einem Erdrutsch betroffenen Ort wieder betreten könnten. Daraufhin wollten sehr viele Menschen ihre Wohnungen und Häuser aufsuchen - Einsatzkräfte der Polizei schickten sie wieder zurück.

"Die Bevölkerung wird dringend aufgefordert, den Bereich Blessem nicht zu betreten", schrieb die Stadt Erftstadt auf Facebook.

Update, 18. Juli, 18.50 Uhr: Laut Experten weiterhin akute Lebensgefahr

In Erftstadt-Blessem besteht nach Einschätzung von Experten in der Nähe einer Abbruchkante weiterhin akute Lebensgefahr. Das teilte Landrat Frank Rock nach einem Gespräch mit den Fachleuten vor Ort am Sonntag mit.

Die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe in dem besonders betroffenen Stadtteil müsse weiterhin überprüft werden. Eine abschließende Einschätzung sei noch nicht möglich.

In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden. Die Behörden sprachen ein Betretungsverbot aus.

"Angesichts der Zerstörung in Teilen des Ortes, grenzt es an ein Wunder, dass wir bisher keine Todesopfer zu beklagen haben. Das ist ein Stück weit erleichternd. Gleichwohl müssen wir mit Hochdruck an einer Perspektive für die Bewohner arbeiten, die verständlicherweise schnellstmöglich wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren möchten", so Rock.

Titelfoto: David Young/dpa

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