Hunderte Menschen nach Unwettern evakuiert: Aufgeweichter Deich könnte brechen

Von Florentine Dame/Julia Hercka

Fröndenberg – Nach den heftigen Regenfällen und Überschwemmungen in Fröndenberg haben wegen eines durchweichten Deiches mehr als 300 Menschen sicherheitshalber ihre Wohnungen verlassen.

Rettungskräfte sichern einen Teich bei Fröndenberg dessen Deich durch sintflutartige Regenfällen aufgeweicht wurde und zu brechen droht.
Rettungskräfte sichern einen Teich bei Fröndenberg dessen Deich durch sintflutartige Regenfällen aufgeweicht wurde und zu brechen droht.  © Markus Klümper/Sauerlandreporter/dpa

Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, die nur Bewohner von Erdgeschoss- und Souterrainwohnungen in einem niedrig gelegenen Ortsteil betreffe, sagte eine Kreissprecherin am Montag.

Am späten Abend entschied dann die Einsatzleitung, die betreffenden Häuser doch komplett zu räumen. "Zu unsicher ist die Lage und zu unvorhersehbar, was im Falle des Falls passiert."

Am frühen Dienstagmorgen sagte ein Sprecher der Polizei Unna, die Evakuierung der Wohnungen sei abgeschlossen.

Mehr Hebammen als je zuvor starten mit Studium, doch es gibt große Schwachstellen
Nordrhein-Westfalen Mehr Hebammen als je zuvor starten mit Studium, doch es gibt große Schwachstellen

Der Starkregen hatte am Sonntag einen 80 mal 60 Meter großen Teich volllaufen lassen und die Deichkrone aufgeweicht. Schlimmstenfalls könne der Deich brechen, sagte die Kreissprecherin. "Dann können wir nicht abschätzen, wie viel Wasser ins Tal läuft."

Das Technische Hilfswerk war weiter an dem Teich im Einsatz und pumpte laufend Wasser ab, um den Damm zu entlasten. Linderung versprach man sich auch von aufgeschichteten Sandsäcken.

Am Sonntag hatte ein Gewitter mit heftigen Regenfällen Straßen überflutet, Keller liefen voll, Bäche in der Stadt mit insgesamt rund 21.000 Einwohnern traten über die Ufer. Mit Wasser und Schlamm überflutet wurden unter anderem eine Senioreneinrichtung und ein Freibad.

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) legten am Montag am Deich, der zu brechen drohte, Schläuche und pumpten das Wasser ab.
Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) legten am Montag am Deich, der zu brechen drohte, Schläuche und pumpten das Wasser ab.  © Jonas Güttler/dpa

Update, 8.17 Uhr: Deich hält stand, trotzdem keine Entwarnung

Der aufgeweichte Deich in Fröndenberg an der Ruhr bereitet den Menschen weiter Sorge. Zwar hielt der Deich in der Nacht zum Dienstag stand, sodass die Großeinsatzlage am Morgen wieder aufgehoben werden konnte, wie der Kreis Unna mitteilte. Dennoch gebe es noch keine komplette Entwarnung.

Das Technische Hilfswerk habe das Wasser abgepumpt, es befinde sich aber noch reichlich Schlick im Teich, hieß es. Der Bereich soll am Dienstag mit sogenannten Big Packs, sackartigen Schüttgutbehältern, weiter gesichert werden.

Starkregen hatte am Sonntag einen 80 mal 60 Meter großen Angelteich volllaufen lassen und die Deichkrone aufgeweicht. Ein Deichbruch konnte nicht vollständig ausgeschlossen werden. Rund 700 Menschen wurden laut Angaben des Kreises evakuiert und mussten die Nacht zum Dienstag bei Freunden oder Verwandten verbringen.

Etwa 40 weitere kamen demnach in einer Notunterkunft in einer Gesamtschule unter.

Titelfoto: Markus Klümper/Sauerlandreporter/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: