Geldautomaten-Attacken: Sprengstoff bei Tätern inzwischen beliebter als Gas

Düsseldorf - Bei Attacken auf Geldautomaten in NRW haben die Täter in diesem Jahr in rund 65 Prozent der Fälle Sprengstoff statt Gas benutzt.

Die Trümmer eines zerstörten Kassenhäuschens liegen nach einer Automaten-Sprengung auf einem Supermarkt-Parkplatz im nordrhein-westfälischen Vreden.
Die Trümmer eines zerstörten Kassenhäuschens liegen nach einer Automaten-Sprengung auf einem Supermarkt-Parkplatz im nordrhein-westfälischen Vreden.  © Victoria Garwer/Münsterland Zeitung/dpa

Bis Mitte vergangenen Jahres sei "das bevorzugte
Tatmittel" noch Gas gewesen, das in die Geldautomaten eingeleitet und entzündet wurde, so das Landeskriminalamt (LKA) in einer Stellungnahme für den Landtag: "Seitdem haben die Angriffe mittels Explosivmittel zugenommen."

Als Grund nennt das LKA ein "Wettrüsten" mit den Banken, die immer stabilere Geräte aufstellten - um Raubzüge zu verhindern. Tatsächlich beißen sich die Täter oft die Zähne an den Automaten aus.

Laut LKA war 2015 nur knapp jede zweite Attacke ein Misserfolg. Im Jahr 2020 blieb es in 6 Prozent der Fälle beim Diebstahlsversuch, im laufenden Jahr bisher bei 76,5 Prozent.

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"Allerdings verursachen auch die Taten, bei denen die Täter nicht zum Erfolg kommen, teils hohe Sachschäden", heißt es in dem Papier. Denn durch den Einsatz von Sprengstoff statt Gas wird oft das gesamte Umfeld von Geldautomaten zerstört.

Die Fallzahlen im Jahr 2021 liegen unterdessen "deutlich unter denen des Vorjahres", so die Ermittler. Während in 2021 bislang 34 Taten verübt wurden (Stand 14. Juni), lag die Zahl zum gleichen Zeitpunkt 2020 bereits bei 97 Taten.

Dies sei aber nur eine "Momentaufnahme", begründet unter anderem durch die Lockdown-Maßnahmen in den Niederlanden, wo die Experten fast alle Täter vermuten.

Titelfoto: Victoria Garwer/Münsterland Zeitung/dpa

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