"Gewalt gegen Frauen passiert tagtäglich": NRW startet landesweite Aktionswoche!

Düsseldorf - Mit einer landesweiten Aktionswoche wollen das Land Nordrhein-Westfalen, Gleichstellungsbeauftragte der Kommunen, Verbände und Frauenhäuser in den kommenden Tage das Thema "Gewalt an Frauen" stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (45, CDU) will mit der Aktionswoche das Thema "Gewalt gegen Frauen" mehr in den Fokus rücken.
Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (45, CDU) will mit der Aktionswoche das Thema "Gewalt gegen Frauen" mehr in den Fokus rücken.  © Rolf Vennenbernd/dpa

"Gewalt gegen Frauen passiert tagtäglich im Schatten von Gesellschaft und Öffentlichkeit. Wir wollen mit der breit angelegten Kampagne jeden Winkel unseres Landes erreichen. Opfer sollen wissen, dass es für sie Schutz und Hilfe gibt und wo sie die gezielten Angebote finden können", sagte Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (45, CDU) am Sonntag in Düsseldorf.

Der Hintergrund der Aktion: Mehr als jede zehnte von Gewalt betroffene Person nimmt nach einer Untersuchung des Ministeriums keine Hilfe in Anspruch, weil ihr die Unterstützungsangebote nicht bekannt sind.

Die Gewalt habe dabei viele Gesichter, sagte Scharrenbach: Häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, aber auch Menschenhandel und weibliche Genitalverstümmelung kämen nach wie vor auch in Nordrhein-Westfalen vor und stellten schlimmste Formen der Unterdrückung dar.

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Die Polizeiliche Kriminalstatistik wies im Jahr 2020 für Nordrhein-Westfalen fast 33.000 Opfer vollendeter und versuchter Delikte der häuslichen Gewalt aus. Mehr als zwei Drittel der Opfer waren weiblich. Daneben wurden 26 Fälle von Zwangsheirat verzeichnet.

Dunkelziffer von Gewaltfällen an Frauen nicht bezifferbar

Neben offiziellen Zahlen muss jedoch von einem nicht bezifferbaren Dunkelfeld ausgegangen werden, da viele Fälle nicht zur Anzeige gelangen - insbesondere bei weiblicher Genitalverstümmelung.

Laut Schätzungen der Menschenrechtsorganisation für Frauen und Mädchen Terres des Femmes aus dem Jahr 2020 sind mehr als 15.000 Frauen und Mädchen in Nordrhein-Westfalen hiervon betroffen. Fast 5000 weitere seien gefährdet.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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