Hörsäle ohne 780.000 Studenten: Corona zwingt NRW-Hochschulen zum Fernstudium

Aachen/NRW - Vorträge aus dem Fernsehstudio, Webseiten für Erstsemester und eingescannte Bücher: Mit kreativen Maßnahmen bereiten sich die Hochschulen in NRW wegen der Corona-Krise auf den digitalen Semesterstart vor.

Ein leerer Hörsaal der Ruhr-Universität Bochum.
Ein leerer Hörsaal der Ruhr-Universität Bochum.  © picture alliance / dpa

An der RWTH Aachen bedeutet das für die Lehrenden, ihre Vorlesungen vorab im Fernsehstudio aufzuzeichnen. 

So spricht der Germanistik Professor Thomas Bein vor der Kamera über Hildegard von Bingen. Im Hintergrund ist ein sogenannter Greenscreen, später sollen dort die Folien zu sehen sein. Die Studierenden können dann über eine Plattform auf die Videos zugreifen.

Wegen der Corona-Pandemie müssen die Hochschulen mit Online-Unterricht in das Sommersemester starten. 

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Zuvor war der Beginn der Vorlesungszeit bereits auf den 20. April verschoben worden.

Dabei treten auch Schwierigkeiten auf. Einige Pflichtpraktika können beispielsweise nicht absolviert werden. Das gilt insbesondere für die Naturwissenschaften, bei denen in Laboren gearbeitet wird.

Es seien zwar in der Physik 200 von 500 Versuchen digitalisiert worden, das sei aber nicht in allen Bereichen möglich, erklärte ein Sprecher der TU Dortmund. "Wir handhaben das aber sehr großzügig und haben schon einige Fristen verlängert."

Studenten müssen vorerst von zu Hause studieren

In NRW studieren etwa 780.000 Menschen an Hochschulen.
In NRW studieren etwa 780.000 Menschen an Hochschulen.  © Oliver Berg/dpa

Angesichts der Corona-Krise gibt es an den Universitäten und Hochschulen in Nordrhein-Westfalen zum Beginn des Sommersemesters zunächst nur Online-Unterricht. 

Das hatte NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) vergangene Woche angekündigt. Entsprechende Pläne hatten die NRW-Hochschulrektoren bereits vor einigen Tagen präsentiert.

Die Hochschulen hätten zugesagt, den mehr als 780.000 Studierenden "ein breites digitales Lehrangebot" zur Verfügung zu stellen, erklärte die Ministerin. "Damit ist gewährleistet, dass das Sommersemester stattfinden kann und die Gefahr eines sogenannten Null-Semesters zu Lasten der Studierenden vermieden wird."

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Wegen der Verbreitung des Coronavirus war der Beginn der Vorlesungszeit bereits auf den 20. April verschoben worden. 

Momentan sei nicht klar absehbar, wann die Hochschulen den regulären Präsenzbetrieb wieder aufnehmen könnten, sagte Pfeiffer-Poensgen. 

Daher seien "flexible und pragmatische Lösungen" gefragt. Ein Vorlesungsbeginn über digitale Formate gebe den Studierenden und den Hochschulen Planungssicherheit für die kommenden Monate.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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