Trotz teils kritischer Lage auf Intensiv-Stationen: Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter

Düsseldorf - Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes setzen Hunderte Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen ihre Warnstreiks fort. Sie wollen damit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

In NRW setzen im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes Hunderte Beschäftigte ihre Warnstreiks fort.
In NRW setzen im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes Hunderte Beschäftigte ihre Warnstreiks fort.  © Mona Wenisch/dpa

Neben dem Personal der Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf und Essen beteiligten sich am Mittwoch auch Beschäftigte der Universität Duisburg-Essen, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und des Justizvollzugskrankenhauses NRW in Fröndenberg/Ruhr am teils ganztägigen Ausstand.

Zu den Warnstreiks hatten die Gewerkschaften aufgerufen. Bereits in der vergangenen Woche und am Dienstag hatten jeweils rund 2000 Tarifbeschäftigte mit Warnstreiks, unter anderem an den zahlreichen NRW-Unikliniken, auf ihre Probleme aufmerksam gemacht.

Die Gewerkschaften haben mit den bestreikten Krankenhäusern jeweils Notdienstvereinbarungen getroffen, um das Patientenwohl - zumal angesichts der rapide steigenden Corona-Zahlen - nicht zu gefährden.

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Gleichwohl mussten erneut zahlreiche nicht notwendige Operationen verschoben werden. Einige Stationen waren komplett geschlossen.

Kritiker argumentieren, dass es für Warnstreiks angesichts der teils kritischen Lage auf den Intensivstationen der falsche Zeitpunkt sei. Sie sehen die Versorgung der Patienten durch massive Beeinträchtigungen gefährdet.

Gewerkschaften fordern bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld

Eine Intensiv-Pflegerin zieht sich einen Kittel über, bevor sie einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation versorgt.
Eine Intensiv-Pflegerin zieht sich einen Kittel über, bevor sie einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation versorgt.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Ende November steht in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und weiteren Arbeitnehmervertretungen sowie der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) an.

Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder neben besseren Arbeitsbedingungen fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich. Außerdem sollen Auszubildende und Praktikanten monatlich 100 Euro mehr bekommen.

Die TdL wies die Forderungen bisher als unrealistisch zurück und legte noch kein Angebot vor.

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Auch am Donnerstag werden laut Verdi NRW die Warnstreiks fortgesetzt. Dann wollen zusätzlich Mitarbeiter der Hochschule Ruhr-West und der Bezirksregierung Köln mit der Außenstelle Bonn die Arbeit niederlegen.

Am Freitag werden laut Gewerkschaften auch das Statistische Landesamt (IT.NRW) und das Oberhausener Amtsgericht bestreikt.

Titelfoto: Mona Wenisch/dpa

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