Klopapier-Kuchen und Papst-Anruf: Kuriose Stories im Corona-Jahr

Düsseldorf – 2020 war alles in allem ein ernstes Jahr. Trotz der Corona-Pandemie und des monatelangen, deprimierenden Stillstands in NRW gab es aber auch wieder lustige Momente - und herzerwärmende.

Klopapier-Streik in Supermarkt

Leere Supermarktregale, kein Blatt Klopapier weit und breit - diese Erfahrung haben nach dem März-Shutdown in der Corona-Pandemie viele Käufer in Nordrhein-Westfalen gemacht.

Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben, wieso die Deutschen in der Krise panikartig Toilettenartikel horteten. Jedenfalls sorgte der zeitweise Streit an den Ladentheken auch für unfreiwillige Komik.

So trat eine 54-Jährige Ende März in Bergneustadt in einen wütenden Kaufstreik, weil sie nur eine Packung Toilettenpapier pro Einkauf bekommen sollte. Die Frau setzte sich auf das Kassenband, blockierte den weiteren Verkauf und wehrte sich auch gegen die Polizei heftig. Am Ende musste sie mit Handschellen zum Streifenwagen getragen werden (TAG24 berichtete).

Im Frühjahr 2020 wurde der Verkauf von Klopapier zeitweise wegen der großen Nachfrage limitiert.
Im Frühjahr 2020 wurde der Verkauf von Klopapier zeitweise wegen der großen Nachfrage limitiert.  © Tom Weller/dpa

Klopapier-Kuchen beim Konditor

Ein Konditor in Dortmund fand dagegen eine gesetzeskonforme und durchaus kreative Antwort auf den Hype: Er bot runde Marmorkuchen mit weißem Guss im Klopapier-Style an.

Die Nachfrage überstieg jede Erwartung: Bald produzierte der Betrieb 200 "Rollen" pro Tag.

Eine Verkäuferin der Bäckerei Schürener Backparadies zeigt im Verkaufsraum ein Blech mit runden Marmorkuchen, die mit Fondant umwickelt wie Toilettenpapier-Rollen aussehen.
Eine Verkäuferin der Bäckerei Schürener Backparadies zeigt im Verkaufsraum ein Blech mit runden Marmorkuchen, die mit Fondant umwickelt wie Toilettenpapier-Rollen aussehen.  © Bernd Thissen/dpa

Corona-Sheriff muss selbst zahlen

Beim Schlangestehen gab es in den Märkten immer wieder Streit um die korrekte Nutzung der Gesichtsmaske - je länger die Einschränkungen dauerten, desto heftiger. Mitte August zog in Neuss ein 25-Jähriger sogar eine Schreckschusspistole, um einen Maskenverweigerer zu stoppen.

Der Mann sollte seinem Bußgeld nicht entgehen, meinte der 25-Jährige. Leider hatte der selbst ernannte Masken-Sheriff aber selbst den Mund-Nasen-Schutz nicht richtig aufgesetzt und musste deshalb zahlen.

In Neuss bedrohte ein Mann einen Maskenverweigerer mit einer Schreckschusspistole (Symbolbild).
In Neuss bedrohte ein Mann einen Maskenverweigerer mit einer Schreckschusspistole (Symbolbild).  © 123rf/Tinakorn Suksapsri

Heiratsantrag bei "Wer wird Millionär?"

Wenn die Liebe regiert, rücken strenge Dienstvorschriften schon mal in den Hintergrund - so wie für einen 44-jährigen Bundeswehr-Soldaten aus Arnsberg. Der Mann warf aus einem sehr niedrig fliegenden Bundeswehr-Hubschrauber über einem Ort im Sauerland ein Paket ab - darin war ein Blumenstrauß für seine Verlobte, der die Empfängerin auch erreicht haben soll. Den folgenden Riesenärger dürfte der Mann gern ertragen haben.

Den Liebesmoment seines Lebens bereitete sich ein IT-Fachmann aus Dortmund selbst: In der RTL-Quizshow "Wer wird Millionär?" fiel der Mann zur besten Sendezeit vor seiner Partnerin auf die Knie und hielt - leicht stammelnd - um ihre Hand an.

Die Antwort lautete "Jaaaa! Jaaa!" Pures Glück.

Einen Heiratsantrag macht Kandidat Thomas Berg seiner Lebensgefährtin Julia Kadic während der RTL-Quizshow "Wer wird Millionär?".
Einen Heiratsantrag macht Kandidat Thomas Berg seiner Lebensgefährtin Julia Kadic während der RTL-Quizshow "Wer wird Millionär?".  © Stefan Gregorowius/TVNOW/dpa

Blöd gelaufen

Pleiten, Pech und Pannen gab es daneben 2020 auch: So fuhr ein Lokführer aus Versehen am Bahnhof Bonn-Beul vorbei, ein Jobcenter wollte wegen eines Zahlendrehers einer Schule zehn Billionen Euro überweisen, ein Polizist stolperte bei einer Verfolgungsjagd mit gezogener Waffe über eine Wurzel und schoss in die Luft und ein Einbrecher schlief nach dem "Bruch" im Haus ein und machte durch lautes Schnarchen auf sich aufmerksam - als er erwachte, standen Polizisten vor ihm.

Ein Jobcenter wollte einer Schule aufgrund eines Zahlendrehers 10 Millionen Euro überweisen.
Ein Jobcenter wollte einer Schule aufgrund eines Zahlendrehers 10 Millionen Euro überweisen.  © Angelika Warmuth/dpa

Wenn der Papst persönlich anruft

Überraschungen gehören eben dazu. Das erlebte auch der Kölner Geistliche Regamy Thillainathan, als im November sein Handy klingelte. Eine unterdrückte Nummer, er dachte, es sei seine Mutter. Doch dann meldete sich niemand Geringeres als der Papst persönlich: "Hier spricht Papa Francesco!"

Der Kölner Priester hatte dem Papst einen Brief übergeben - und den beantwortete der Papst nicht über sein Sekretariat, sondern in einem ausführlichen persönlichen Gespräch.

Der Kölner Pfarrer Regamy Thillainathan hatte einen Anruf von Papst Franziskus.
Der Kölner Pfarrer Regamy Thillainathan hatte einen Anruf von Papst Franziskus.  © Marius Becker/dpa

Auch das Jahr 2021 wird bestimmt wieder kuriose Geschichten bieten.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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