Kommunalwahlen in NRW: Fast jeder Dritte hat schon gewählt

Düsseldorf/Köln – Die Zahl der Briefwahlanträge für die Kommunalwahlen an diesem Sonntag in Nordrhein-Westfalen bricht alle Rekorde.

Verschiedene Stimmzettel und ein Stimmzettelumschlag für die Briefwahl liegen auf einem Tisch zusammen mit einem Stift.
Verschiedene Stimmzettel und ein Stimmzettelumschlag für die Briefwahl liegen auf einem Tisch zusammen mit einem Stift.  © Friso Gentsch/dpa

Bis zu einem Drittel der Wahlberechtigten hat in zahlreichen Städten schon vorab per Brief die Stimmen abgegeben - mehr als bei allen vergangenen Wahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. 

In NRW werden am Sonntag Kommunalparlamente, Bürgermeister und Landräte gewählt.

In der Landeshauptstadt Düsseldorf haben knapp 30 Prozent der Wahlberechtigten bis Freitag ihre Briefwahlunterlagen beantragt - rund 127.000 von 471.000. Im Vergleich zur vergangenen Kommunalwahl 2014 hat sich die Zahl der Briefwähler einem Stadtsprecher zufolge fast verdoppelt.

In der bevölkerungsreichsten Kommune Köln ist die Tendenz ähnlich. Bis Freitag gingen rund 251.000 Briefwahl-Anträge bei etwa 820.000 Wahlberechtigten ein - einer Stadtsprecherin zufolge kämen die ausgefüllten Wahlscheine "Wäschekörbeweise" zurück. 

Auch in Münster beantragten bis Donnerstag rund 30 Prozent der Wahlberechtigten die Briefwahl: knapp 76 000 von 248 000 Wahlberechtigten. In der Städteregion Aachen waren es am Freitag und in Bielefeld am Donnerstag bislang rund ein Viertel. 

Höhere Wahlbeteiligung als 2014?

Die hohe Nachfrage nach der Briefwahl lasse auch insgesamt auf eine höhere Wahlbeteiligung hoffen, sagte ein Sprecher des Städte- und Gemeindebunds. Dazu trage auch bei, dass die politische Stimmung im Land stärker aufgeladen sei als bei früheren Wahlen. 

"Corona, Klimaschutz, Extremismus – wir haben es mit deutlich mehr polarisierenden Themen zu tun", unterstrich der Sprecher. Der Wahlbeteiligung könnte aber auch ein Dämpfer verpasst werden: Es findet keine weitere Wahl parallel statt wie noch 2014, als das Europaparlament gewählt wurde. Außerdem bestehe noch die Angst vor einer Corona-Ansteckung.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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