Krasser Anstieg: Schaden durch Wirtschafts-Kriminalität in NRW mehr als verdoppelt!

Düsseldorf - Der registrierte Schaden durch Wirtschaftskriminalität hat sich in Nordrhein-Westfalen mehr als verdoppelt.

Der Anteil der Wirtschaftsstraftaten an der gesamten Kriminalität betrug nur 0,7 Prozent, machte dabei aber mit fast 54 Prozent den Löwenanteil des Gesamtschadens aus.
Der Anteil der Wirtschaftsstraftaten an der gesamten Kriminalität betrug nur 0,7 Prozent, machte dabei aber mit fast 54 Prozent den Löwenanteil des Gesamtschadens aus.  © Uli Deck/dpa

Im vergangenen Jahr sei ein Schaden von 1,23 Milliarden Euro entstanden - ein Anstieg um 770 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr, als der Schaden auf 466 Millionen Euro beziffert wurde, wie aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik des Landes hervorgeht.

Der Anstieg sei vor allem auf ein Großverfahren zurückzuführen, das mit rund 800 Millionen Euro zu Buche schlug. Dabei gehe es um besonders schweren Betrug, Urkunden- und Bilanzfälschung gegen einen Unternehmer und sieben weitere Beschuldigte, wie das Landeskriminalamt auf Anfrage mitteilte.

Vor dem Verkauf einer Firmen-Holding im Raum Krefeld sollen die Beschuldigten in großem Umfang Geschäftsunterlagen gefälscht haben, um die massiven Liquiditätsprobleme zu vertuschen und den Wert der Holding zu manipulieren, die dann für 800 Millionen Euro verkauft worden sei.

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Während die der Anteil der Wirtschaftsstraftaten an der gesamten Kriminalität nur 0,7 Prozent betrug, macht der dabei verursachte Schaden mit fast 54 Prozent im vergangenen Jahr den Löwenanteil des Gesamtschadens aus.

Aber auch die Zahl der Wirtschaftsstraftaten stieg: 8400 Straftaten wurden erfasst. Das waren 1800 oder 27 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Subventionsbetrug mit Corona-Soforthilfen schlug mit 2670 Fällen zu Buche. Die Aufklärungsquote lag bei fast 87 Prozent. 7300 Verdächtige wurden ermittelt.

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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