Kriminelle Clans sollen Corona-Soforthilfen eingesackt haben

Düsseldorf – Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) prüft einem Zeitungsbericht zufolge, ob kriminelle Familienclans in der Corona-Pandemie Soforthilfen bekommen haben.

Das LKA NRW prüft Hinweise auf Betrug bei Corona-Soforthilfen durch kriminelle Clans (Symbolbild).
Das LKA NRW prüft Hinweise auf Betrug bei Corona-Soforthilfen durch kriminelle Clans (Symbolbild).  © Spyros Arsenis/ 123RF

"Wir haben in vereinzelten Fällen Hinweise darauf bekommen, dass Clanmitglieder finanzielle Corona-Soforthilfen der Bundesregierung erhalten haben", sagte der leitende LKA-Kriminaldirektor Thomas Jungbluth der "Rheinischen Post".

Man müsse aber beachten, dass auch ein Clanmitglied Anspruch auf solche Soforthilfen haben könnte - etwa wenn sein Betrieb wegen der Corona-Krise schließen musste. 

"Ein Clanangehöriger bleibt grundsätzlich anspruchsberechtigt. Seine Zugehörigkeit zu einem Familienclan lässt diese Anspruchsberechtigung nicht erlöschen. Wir sind mit Steuerfahndungsbehörden im Gespräch", sagte Jungbluth der Zeitung.

Schon Ende April war bekanntgeworden, dass in Berlin Mitglieder arabischstämmiger Clans Corona-Soforthilfen erhalten haben sollen. 

Die Berliner Kriminalpolizei stieß laut einem Bericht von "Spiegel TV" bei einer ersten Prüfung auf Hunderte Anträge.

Schaden durch Betrug bei Corona-Soforthilfen noch nicht absehbar

Mit den Corona-Soforthilfen sollten schnell und unbürokratisch Hilfsgelder in der Corona-Krise ausgezahlt werden. Dabei haben einige die Hand aufgehalten, denen die Gelder nicht zustehen. 

Täglich kommen neue Verfahren bei den Strafverfolgungsbehörden hinzu. Zu dem entstandenen Schaden können Polizei und Justiz in vielen Fällen darum noch keine endgültigen Angaben machen.

Titelfoto: Spyros Arsenis/ 123RF

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0