Krise in NRW hält an: Immer mehr Menschen kehren Kirche den Rücken

Düsseldorf - Die Zahl der Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen bleibt hoch.

Im zweiten Quartal dieses Jahres traten 53.019 Menschen aus der katholischen und evangelischen Kirche aus.
Im zweiten Quartal dieses Jahres traten 53.019 Menschen aus der katholischen und evangelischen Kirche aus.  © Marijan Murat/dpa

Im zweiten Quartal dieses Jahres traten 53.019 Menschen aus der katholischen und evangelischen Kirche aus, wie das Justizministerium in Düsseldorf auf eine kleine Anfrage der AfD hin mitteilte.

Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres, also dem zweiten Quartal 2021, waren es 42.125 Austritte gewesen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es 58.216.

Insgesamt 155.322 Menschen waren im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen aus der Kirche ausgetreten. Das waren so viele wie noch nie in der bis 2011 zurückreichenden Statistik des Justizministeriums in Düsseldorf.

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Der bisherige Höchstwert dort waren 120.188 Austritte im Jahr 2019. Im Jahr darauf, 2020, waren es 89.694, was im Allgemeinen mit der Corona-Pandemie erklärt wird.

Es dauerte zum Beispiel einige Zeit, bis die Amtsgerichte etwa die Möglichkeiten für Online-Austritte ausgebaut hatten.

Bis zu drei Monate Wartezeit für einen Austrittstermin

Bis der Austritt wirksam sei, muss weiter Kirchensteuer bezahlt werden, wie aus den Angaben des Justizministeriums hervorgeht. Die Kirchensteuerpflicht ende laut Gesetz "mit Ablauf des Kalendermonats, in dem die Erklärung des Kirchenaustritts wirksam geworden ist."

Die Wartezeit bis zu einem Termin beim Amtsgericht - dort muss die Austrittserklärung erfolgen - kann unterschiedlich lange sein. Bei kleineren Amtsgerichten betrage die Wartezeit zwischen einem Tag und wenigen Wochen.

Bei den mittelgroßen Amtsgerichten müssen Austrittswillige mitunter ein bis zwei Monate warten, bei größeren Amtsgerichten auch bis zu drei Monate.

Originalmeldung: 9. September, 8.39 Uhr; zuletzt aktualisiert: 9. September, 11.45 Uhr

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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